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Uni-Hannover
14. März 2017

Literarische Musealisierungen

Literarische Texte sind immer auch zur Schau stellende Artefakte. Nicht selten spielen in ihnen Ereignisse, Personen, Orte oder Requisiten gerade deshalb eine Rolle, weil sie entweder der Leserschaft bereits bekannt sind, oder ihr erst vorgestellt werden sollen. Erzähltexte wie Adalbert...

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Literarische Texte sind immer auch zur Schau stellende Artefakte. Nicht selten spielen in ihnen Ereignisse, Personen, Orte oder Requisiten gerade deshalb eine Rolle, weil sie entweder der Leserschaft bereits bekannt sind, oder ihr erst vorgestellt werden sollen. Erzähltexte wie Adalbert Stifters -Der Nachsommer-, Alfred Döblins -Berlin Alexanderplatz- oder Wolfgang Koeppens -Tauben im Gras- machen jedoch auch deutlich, dass die -Exponate- literarischer Texte nicht bloß in der Form einer textuellen Struktur aufbewahrt, sondern auch durch vielfältige Strategien klassifiziert, organisiert und verändert werden. In diesem Sinne – so ließe sich Jan und Aleida Assmann zufolge sagen – partizipiert Literatur am -kulturellen Gedächtnis-, indem sie nicht nur sammelt, speichert und zur Schau stellt, sondern das -Erinnerte- dadurch auch selbst mitgestaltet. Mitunter treten in der Literatur auch Figuren auf, die sich ganz der Vergangenheit verschrieben haben, die allerlei Gegenstände sammeln oder gar ein eigenes Museum leiten. Hier unterliegt die -Zurschaustellung- ganz anderen Verfahren. Musealität wird hier selbst zum Thema. In anderer Weise und doch gleichsam gespiegelt lassen sich diese Konzepte der Musealität im Literaturmuseum beobachten. Das Seminar betrachtet die neuere Literaturgeschichte hinsichtlich des Verhältnisses von Literatur und Museum. Einerseits sollen solche literarische Funktionen zur Diskussion gestellt werden, die Gegebenes, Historisches und/oder Zukünftiges als -museales Objekt- behandeln. Andererseits sollen auch Texte diskutiert werden, in denen Museumskonzepte und/oder Formen des Sammelns, Aufbewahrens und Ausstellens thematisiert werden. Textgrundlage werden neben vier kürzeren vier umfangreichere Texte sein. Die Bereitschaft, ein größeres Lesepensum zu absolvieren, wird daher vorausgesetzt. Eine Liste mit Primär- und Sekundärliteratur wird in der ersten Sitzung vorgestellt, kann aber auch bereits vorab per Email (ab März 2015) von mir geordert werden. Außerdem ist eine Besichtigung der Goethe- und Schillermuseen in Weimar in der Exkursions-/Pfingstwoche geplant. Zweitfach Deutsch, MA Lehramt Sonderpädagogik Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover SoSe 2015 Deutsches Seminar Zink Manuel