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14. März 2017Literarisches Amazonien
Verstecktes Paradies, grüne Hölle, vergessenes Amazonien, El Dorado, Lunge der Erde, Lebensraum der sagenumwobenen Amazonen, etc. Die Assoziationen, die mit dem größten noch zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde im nördlichen Teil Südamerikas verbunden werden, sind ebenso vielzählig wie die dort angesiedelten...
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Jetzt Lernplan erstellenVerstecktes Paradies, grüne Hölle, vergessenes Amazonien, El Dorado, Lunge der Erde, Lebensraum der sagenumwobenen Amazonen, etc. Die Assoziationen, die mit dem größten noch zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde im nördlichen Teil Südamerikas verbunden werden, sind ebenso vielzählig wie die dort angesiedelten Kulturen: Hier leben über 450 indigene Völker, die unterschiedlichen Sprachfamilien und Kulturen angehören und die durch die Jahrhunderte hinweg eine zunehmende Mestizierung erfahren haben. Der Name der Region kommt von dem Fluss, der sie von West nach Ost durchquert – dem Amazonas – und das Gebiet umfasst Teile von Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guayana, Französisch-Guayana und Suriname.
Amazonien wurde und wird immer wieder zu einer Projektionsfläche für die Wünsche und Ängste verschiedener Individuen und Bevölkerungsgruppen: abenteuerliche Entdeckungsreisen der spanischen Eroberer (16. Jh.), die Einrichtung religiöser Missionen (17./18. Jh.), der Kautschukboom (19.-20.Jh.) und der heutige Ethnotourismus (20.-21. Jh.) sind nur einige geschichtliche Stationen, die sich hierfür beispielhaft anführen lassen.
Im Seminar werden spanischsprachige Romane und Kurzgeschichten besprochen, die von Autoren aus Amazonien stammen und/oder die Lebenswelt Amazonien zum Thema haben. Wir werden uns die Frage stellen, inwiefern im Regenwald noch -indigene Kulturräume- bestehen bzw. bestehen können, welchen kulturellen Mestizierungsprozessen sie unterworfen waren/sind und welchen Einfluss aktuelle Entwicklungen wie z.B. der Tourismus auf die indigenen Völker nehmen.
Primärliteratur (Beispiele):
• Alegría, Ciro. La Serpiente De Oro. Lima: Peisa, 1973.
• Landolt, Gredna. El Ojo Que Cuenta. Mitos Y Costumbres De La Amazonía Indígena, Ilustrados Por Su Gente / Eyes That Tell. Myths and Customs from Indigenous Amazonia Illustrated by Its People. IKAM, 2005.
• Vargas Llosa, Mario. El hablador. Barcelona: Seix Barral, 1987.
Sekundärliteratur (Auswahl):
• Chaumeil, Jean-Pierre. -Ciudades Encantadas Y Mapas Submarinos. Redes Transnacionales Y Chamanismo De Frontera En El Trapecio Amazónico.- Lo Transnacional. Instrumento Y Desafío Para Los Pueblos Indígenas. Ed. Francoise & Roberto Santana Morin. Quito: Abya-Yala, 2002. 25-49.
• Halbmayer, Ernst & Elke Mader. -Kultur, Raum Und Landschaft in Zeiten Der Globalisierung. Zur Einleitung.- Kultur, Raum, Landschaft. Zur Bedeutung Des Raumes in Zeiten Der Globalität. Ed. Ernst & Elke Mader Halbmayer. Vol. 6. Atención! Jahrbuch Des Österreichischen Lateinamerika-Instituts. Frankfurt/M.: Brandes & Apsel / Südwind, 2004. 7-19.
• Hill, Jonathan D. (ed.). Rethinking History and Myth. Indigenous South American Perspectives on the Past. Urbana & Chicago: University of Illinois Press, 1988.
• Otzen, Hans. El Dorado am Amazonas. Geschichte und Gegenwart einer bedrohten Region. Frankfurt/M.: Societäts-Verlag, 1992.
• Slater, Candance. Entangled Edens. Visions of the Amazon. Berkeley, Los Angeles: University of California Press, 2002.
Bemerkung
Es handelt sich um ein Blockseminar.
1. Termin: 06.04.2013 (10:00h-18:00h)
2. Termin: 20.04.2013 (10:00h-18:00h)
3. Termin: 27.04.2013 (10:00h-18:00h)
Die Anwesenheit an allen drei Terminen ist obligatorisch.
Romanistik - Französische und spanische Literaturwissenschaft
• Anwesenheit an allen Terminen.
• Spanischkenntnisse! Die Literatur liegt zum größten Teil NICHT in deutscher Übersetzung vor.
• Hinweis: einige wichtige Sekundärliteratur liegt nur in englischer Sprache vor. Es ist nicht obligatorisch, aber hilfreich, wenn Sie Leseverständnis im Englischen mitbringen.
Kommentar
Verstecktes Paradies, grüne Hölle, vergessenes Amazonien, El Dorado, Lunge der Erde, Lebensraum der sagenumwobenen Amazonen, etc. Die Assoziationen, die mit dem größten noch zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde im nördlichen Teil Südamerikas verbunden werden, sind ebenso vielzählig wie die dort angesiedelten Kulturen: Hier leben über 450 indigene Völker, die unterschiedlichen Sprachfamilien und Kulturen angehören und die durch die Jahrhunderte hinweg eine zunehmende Mestizierung erfahren haben. Der Name der Region kommt von dem Fluss, der sie von West nach Ost durchquert – dem Amazonas – und das Gebiet umfasst Teile von Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guayana, Französisch-Guayana und Suriname.
Amazonien wurde und wird immer wieder zu einer Projektionsfläche für die Wünsche und Ängste verschiedener Individuen und Bevölkerungsgruppen: abenteuerliche Entdeckungsreisen der spanischen Eroberer (16. Jh.), die Einrichtung religiöser Missionen (17./18. Jh.), der Kautschukboom (19.-20.Jh.) und der heutige Ethnotourismus (20.-21. Jh.) sind nur einige geschichtliche Stationen, die sich hierfür beispielhaft anführen lassen.
Im Seminar werden spanischsprachige Romane und Kurzgeschichten besprochen, die von Autoren aus Amazonien stammen und/oder die Lebenswelt Amazonien zum Thema haben. Wir werden uns die Frage stellen, inwiefern im Regenwald noch -indigene Kulturräume- bestehen bzw. bestehen können, welchen kulturellen Mestizierungsprozessen sie unterworfen waren/sind und welchen Einfluss aktuelle Entwicklungen wie z.B. der Tourismus auf die indigenen Völker nehmen.
2/3 KP: Anwesenheit an allen Terminen; Präsentation
5/6/7 KP: zusätzlich Hausarbeit (8-15 Seiten)
Universität Siegen
SoSe 2013
Dr.
Mandler Sabine