Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Normal anormal abnormal 8211 Körper zwischen Klassifikation und Inszenierung
Seit einiger Zeit zeichnet sich in den Kulturwissenschaften eine verstärkte Hinwendung zur Betrachtung und Analyse des Körperlichen sowie dessen Praktiken und Darstellungen ab. Im Zentrum dieses Seminar werden vorwiegend natürliche, aber auch künstliche Körper bzw. Figuren stehen, deren Aussehen, Eigenschaften...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit einiger Zeit zeichnet sich in den Kulturwissenschaften eine verstärkte Hinwendung zur Betrachtung und Analyse des Körperlichen sowie dessen Praktiken und Darstellungen ab.
Im Zentrum dieses Seminar werden vorwiegend natürliche, aber auch künstliche Körper bzw. Figuren stehen, deren Aussehen, Eigenschaften oder Funktionen von einer Mehrheit der Gesellschaft als (mindestens) abweichend von der Norm wahrgenommen werden oder in der Vergangenheit stigmatisiert wurden. Im Anschluss an einen kurzen Einstieg, der Betrachtungen real existierender, als nicht normal klassifizierter Körper beinhaltet, sollen es in erster Linie die Darstellungen der Literatur, des Films und Fernsehens und der Werbung sein, die den Gegenstand des Seminars bilden. Hierzu werden wir in einem ersten Schritt u.a. Fragen danach stellen, welche Abweichungen überhaupt eine Thematisierung erfahren, wie detailliert, verzerrt oder stereotypisiert diese gezeichnet werden und in welches Verhältnis sie zu den jeweiligen Durchschnittswerten, ermittelt durch systematische Verdatung, gesetzt werden. In einem zweiten Schritt soll geprüft werden, ob es auch positive Inszenierungen anders aussehender bzw. devianter Körper gibt und ob diese sogleich als Beweise für Subversion gelesen werden dürfen. Den Abschluss des Seminars soll schließlich die Analyse von TV-Formaten bilden, die auf eine Veränderung des nicht normalen Körpers abzielen.
Als theoretische Grundlagen werden verschiedene Texte Michel Foucaults, vor allem aber Jürgen Links Theorie über den Normalismus und Erving Goffmans Thesen zum Stigma genutzt werden.
Die Bereitschaft zur intensiven Textlektüre und Diskussionsbereitschaft im Seminar wird vorausgesetzt.
Hinweise zum Erwerb von Leistungsnachweisen und anzuschaffende Literatur werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Deutsch BA LABG2009
Reininghaus Sarah