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Uni-Hannover
14. März 2017

Pädagogik zwischen Erziehungskultur und Erziehungsunkultur 8722 Eine kritische Perspektive auf aktuell wiederkehrende Themen in der Erziehungshilfe

Partizipationsmöglichkeiten sowie Aspekte von Teilhabe und Anerkennung − eine Erziehungskultur kennzeichnend − stehen sozialtechnologischen, punitiven und neoliberalen Tendenzen in Bildung und Erziehung entgegen. Bezogen auf eine zunehmende Anzahl von Adressatinnen und Adressaten in der schulischen und außerschulischen Erziehungshilfe werden Fragen...

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Partizipationsmöglichkeiten sowie Aspekte von Teilhabe und Anerkennung − eine Erziehungskultur kennzeichnend − stehen sozialtechnologischen, punitiven und neoliberalen Tendenzen in Bildung und Erziehung entgegen. Bezogen auf eine zunehmende Anzahl von Adressatinnen und Adressaten in der schulischen und außerschulischen Erziehungshilfe werden Fragen nach Ursachen, vor allem aber nach einer adäquaten Versorgung immer drängender. Drängende Problem- und Fragestellungen stehen allerdings oft in der Gefahr schneller Lösungen. Schnelle Lösungen wiederum, die scheinbare Entlastungen versprechen, die Ursachen aber häufig zu einseitig auf der individuellen Perspektive suchen, tendieren eher dazu einer Erziehungsunkultur gleichzukommen. Eine kritisch orientierte Erziehungswissenschaft, die explizit gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung berücksichtigt, verbietet eine allein beim Individuum ansetzende Erklärung. Vielmehr zeigt sich, dass strukturelle Lebensbedingungen des Aufwachsens schwieriger geworden sind und nicht die Kinder und Jugendlichen. Was also anfangen mit einer zunehmenden Biologisierung bzw. Medikalisierung normabweichenden Verhaltens? Was anfangen mit einer Zunahme Entlastung suggerierender, sozialtechnologischer Programme? Was anfangen mit einer zunehmenden Ökonomisierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen? Vermutlich liegt die Antwort darin, Fragen zu stellen − kritische Fragen unter anderem Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen sowie institutionell-gesellschaftliche Bedingungen von Erziehung und Bildung betreffend. In dem Seminar wird die Frage nach einer Kultur beziehungsweise Unkultur von Bildung und Erziehung anhand unterschiedlicher Themen der Erziehungshilfe bearbeitet. Ein Exkurs auf das Handlungsfeld im englischsprachigen Kontext ermöglicht einen Einblick in eine internationale Perspektive im Umgang mit dem Themenkomplex. Durch einen Wechsel zwischen Input-, Text- und Gruppenarbeitsphasen sowie Diskussionsrunden soll zum einen eine Aneignung zentraler Begrifflichkeiten, zum anderen eine kritische Auseinandersetzung mit dem benannten Themenspektrum ermöglicht werden. Für einzelne Sitzungen müssen Grundlagentexte entsprechend vorbereitet werden. Der erste Termin bieten neben einer inhaltlichen Orientierung Absprachemöglichkeiten hinsichtlich der Organisation der Folgetermine. Die Veranstaltung ist teilnehmerbegrenzt. Anmeldung über Stud.IP. 1. Dörr, M. & Herz, B. (Hrsg.) (2010). -Unkulturen- in Bildung und Erziehung. Wiesbaden: VS Verlag. 2. Weitere Seminarliteratur wird bei StudIP bekannt gegeben. Sonderpädagogik, B. A. Sonderpädagogik C.2, Wahlpflichtveranstaltung, Kommunikationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Präsentationskompetenz, Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten. Universität Hannover WiSe 2016/17 Dipl.-Sozialpäd. Meyer Matthias Dipl Sozialpäd