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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Entdecke die Möglichkeiten II Einführungsprojekt

Im vorangegangenen Entwurfsstudio haben wir uns vom simplifizierten Einzelobjekt über den transformierten Einraum dem architektonischen Gefüge eines Gebäudes genähert. Die entwerferischen Entscheidungen waren direkt an das Objekt geknüpft, die Betrachtung der Umgebung war stark eingegrenzt. Im nun folgenden Projekt kehren...

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Im vorangegangenen Entwurfsstudio haben wir uns vom simplifizierten Einzelobjekt über den transformierten Einraum dem architektonischen Gefüge eines Gebäudes genähert. Die entwerferischen Entscheidungen waren direkt an das Objekt geknüpft, die Betrachtung der Umgebung war stark eingegrenzt. Im nun folgenden Projekt kehren wir diese Methode um und arbeiten uns vom Großen zum Kleinen vor: Ausgangspunkt bildet das komplexeste räumliche Gefüge, mit dem wir uns als Planer beschäftigen: die Stadt - genauer die europäische Stadt als Konstrukt unzähliger überlagerter zeitlicher Schichten. Um sich im komplexen Gewebe der europäischen Stadt orientieren zu können, ist eine Fülle von Informationen erforderlich. Diese Informationen können wir in Kassel finden, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen sind. Gerade die Residenzstadt Kassel dokumentiert in ihrer mehr als 1000-jährigen Geschichte die bewegte Entwicklung europäischer Baukultur - ihrer Systeme, Typologien und Brüche. Kassel ist aber auch die Stadt der documenta – der wichtigsten Kunstausstellung der Welt. Das Thema der documenta wird uns als Leitfaden auf unserer Spurensuche und Entwurfsarbeit begleiten: von der Suche prägnanter Stadträume bis zur Themensetzung architektonischer Interventionen. Schwerpunkt des Projektes ist die sichere Orientierung im Gefüge der Stadt und daraus abgeleitet das kontextbezogene Entwerfen. In der Projektarbeit werden im ersten Schritt die historischen und räumlichen Fragmente der Stadt gesammelt und experimentell interpretiert. Hierbei werden Methoden der Analyse in Text, Zeichnung, Modell und CAD gegenübergestellt und in Gruppen bearbeitet. Die eigene Orientierung im Stadtgefüge sowie die Urteilsfähigkeit über räumliche Qualitäten sollen trainiert und geschärft werden. Im zweiten Schritt bewegen wir uns vom Gewebe und Organismus des Stadtraumes zum Gefüge des architektonischen Raumes. Aus der Sammlung der im ersten Teil entstandenen Materialien sollen Methoden für den eigenen Entwurf abgeleitet werden. Ziel ist ein detaillierter und konzeptioneller Gebäudeentwurf, der aus den Parametern des untersuchten Stadtraumes und seinen strukturellen Verknüpfungen entwickelt wird. Das Projekt im Sommersemester ist in einzelne, aufeinander aufbauende Arbeitsschritte und wechselnde Analyse- und Entwurfsaufgaben gegliedert. Im Ergebnis erlernen die Teilnehmer die Fähigkeit, Methoden und Instrumente des konzeptionellen und kontextuellen Entwurfes zu entwickeln und anzuwenden um fundierte gestalterische Entscheidungen treffen zu können. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS2006 Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Augustin Geor