Uni-Dortmund
14. März 2017Projekt F 07 Aufwertung Gentrifizierung Chancen und Risiken der Städtebauförderung
Projektgegenstand /Planungs- bzw. Untersuchungsraum Ein wichtiges Ziel der Städtebauförderung von Bund und Ländern ist es, städtebaulichen und sozialen Missständen in Gebieten entgegen zu wirken, in denen -Funktionsverluste- oder -besonderer Entwicklungsbedarf- diagnostiziert werden. Gegenüber Programmen wie der Sozialen Stadt oder Aktive...
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Jetzt Lernplan erstellenProjektgegenstand /Planungs- bzw. Untersuchungsraum
Ein wichtiges Ziel der Städtebauförderung von Bund und Ländern ist es, städtebaulichen und sozialen Missständen in Gebieten entgegen zu wirken, in denen -Funktionsverluste- oder -besonderer Entwicklungsbedarf- diagnostiziert werden. Gegenüber Programmen wie der Sozialen Stadt oder Aktive Zentren wird allerdings gelegentlich der Vorwurf laut, sie beförderten Gentrifizierungsprozesse und die Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen, anstatt deren Lebensbedingungen vor Ort nachhaltig zu verbessern. Verallgemeinerbare Erkenntnisse, ob dieser Vorwurf berechtigt ist, gibt es nicht. Einerseits lassen sich direkte Ursache-Wirkung-Zusammenhänge nur schwer identifizieren und ist der Erklärungsgehalt des Gentrifizierungsansatzes umstritten. Andererseits werden die durch städtebauliche Förderprogramme angestoßenen Entwicklungen von Beteiligten und Betroffenen - zum Teil sogar innerhalb eines einzelnen Quartiers - sehr unterschiedlich bewertet. Während einige Akteure den Zuzug neuer Bevölkerungsgruppen zugunsten einer stärkeren sozialen Mischung explizit befür-worten, gibt es mancherorts starke Gegenbewegungen, die den Verlust günstigen Wohnraums und die Verdrängung von Bevölkerungsgruppen mit geringem Einkommen aktiv bekämpfen. Ähnliche Entwicklungen lassen sich in vielen europäischen und nordamerikanischen Städten beobachten.
Aufgabenstellung /Problemstellung
Das Projekt untersucht anhand ausgewählter Fallstudien Chancen und Risiken der Städtebauförderung. Wann und wieso wird Gentrifizierung ein Thema? Welche Akteure verfolgen welche Interessen, und welche Rolle spielen dabei die Programme der Städtebauförderung? Gibt es eine kritische Schwelle zwischen (erwünschter) Aufwertung und (unerwünschter) Gentrifizierung? Zuerst erfolgt eine umfassende Einarbeitung in das Thema Gentrifizierung und in die Programme der Städtebauförderung. Danach untersucht das Projekt seine Forschungsfragen in ausgewählten Quartieren anhand von Statistik-, Literatur- und Medienauswertungen sowie Gesprächen mit Expert/inn/en. Als erste explorative Fallstudie wird während der November-Exkursion Berlin-Neukölln untersucht, wo sich aktuell einige Anwohner/innen massiv gegen eine vermeintlich einsetzende Gentrifizierung wehren, während andere den Zuzug von -Kreativen- und Studierenden ausdrücklich begrüßen. Darauf aufbauend, untersucht das Projekt im Wintersemester weitere selbst gewählte Fallstudien im deutschsprachigen Raum. Im Sommersemester soll der Blick auf die internationale Diskussion gerichtet werden; hier können z. B. Amsterdam und Rotterdam untersucht werden und Ziel einer zweiten Exkursion sein. Die Lektüre englischsprachiger wissenschaftlicher Texte ist hierfür Voraussetzung.
Ziel
Ziel des Projektes ist es, Wechselwirkungen zwischen Städtebauförderung und Gentrifizierung anhand von Fallstudien systematisch herauszuarbeiten und damit Chancen und Risiken der Städtebauförderung für betroffene Quartiere auszuloten. Ergebnis kann z. B. eine Handreichung für kommunale Akteure sein, wie Chancen genutzt und Risiken minimiert werden können.
Bachelor Raumplanung (2007)
Erfolgreicher Abschluss der Module 1-3 und 6-9 zur Teilnahme an der ersten Teilleistung.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Raumplanung Diplom
Dr.
Huning Sandra