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Uni-Dortmund
14. März 2017

Projekt F 11 Globale Urbanisierung und Megastädte 8211 Herausforderungen urbaner Informalität und planerische Steuerungsansätze

Projektgegenstand Das erste Jahrzehnt des 21. Jh. markiert einen Meilenstein der globalen Urbani-sierung, da seitdem weltweit erstmalig mehr Menschen in städtischen Lebens-räumen als in ruralen leben. Obwohl sich die globale durchschnittliche urbane Wachstumsrate pro Jahr von 2,6 % (1950 bis...

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Projektgegenstand Das erste Jahrzehnt des 21. Jh. markiert einen Meilenstein der globalen Urbani-sierung, da seitdem weltweit erstmalig mehr Menschen in städtischen Lebens-räumen als in ruralen leben. Obwohl sich die globale durchschnittliche urbane Wachstumsrate pro Jahr von 2,6 % (1950 bis 2009) auf 1,8 % pro Jahr (2009 bis 2025) senken wird, steigt die absolute Zahl der städtischen Bevölkerung von heute 3,4 Mrd. auf voraussichtlich 6,3 Mrd. in 2050 um 84 % (UN 2010). Als Konsequenz global zunehmender Urbanisierung sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche große urbane Agglomerationsräume stark gewachsen oder neue sind entstanden. Dabei haben zuletzt insbesondere die sog. Megastädte wegen ihrer Größe und Komplexität besondere Aufmerksamkeit innerhalb der raumwissenschaftlichen Forschung erhalten. Doch auch ‚kleinere‘ Millionenstädte wachsen dynamisch und nehmen in der absoluten Zahl und ihrem Anteil an der urbanen Weltbevölkerung stark zu. Besonders dynamisch entwickeln sich viele Millionenstädte in Entwicklungsländern, insb. in Afrika und Asien. Hier findet das urbane Wachstum meist ohne oder nur begrenzt unter planerischer Steuerung statt, man spricht von informeller Urbanisierung (vgl. z.B. Roy 2005; Kraas 2010, Kombe & Kreibich 2006). Problemstellung/Aufgabenstellung/Untersuchungsraum Globale Herausforderungen wie z.B. der Klimawandel, Armut, Hunger, Verkehr und Mobilität, Ressourcenverbrauch und -knappheit betreffen städtische Räume besonders. Zudem stehen insbesondere die rapide wachsenden Millionenstädte der Dritten Welt vor ernormen Herausforderungen in Bezug auf eine nachhaltige urbane Zukunft. Im Fokus stehen hierbei allem voran die Themen Informalität, Vulnerabilität, Flächenverbrauch und Governance. Gegenstand des Projektes ist es, die Schnittstellen und das Zusammenspiel von Urbanisierung, Informalität und globalen Herausforderungen zu untersuchen. Dabei sollen überprüft werden, welchen Beitrag die räumliche Planung im Kontext der globalen Urbanisierung für den nachhaltigen Umgang mit den oben genannten Herausforderungen leisten sollte und wie insb. informelle Siedler und die Zivilgesellschaft insgesamt damit umgehen und sich organisieren. Als Untersu-chungsraum dient u.a. die rapide wachsende, ostafrikanische Küstenstadt Dar es Salaam, Tansania. Ziel Aufgabe des Projektes wird es zunächst sein, sich einen Überblick über die Grundzüge und regionalen Unterschiede der globalen Urbanisierung und Her-ausforderungen zu verschaffen (inkl. räumliche Phänomene, Akteure (inkl. Welt-bank, Vereinte Nationen, etc.), normative Zielsetzungen und Politiken (Millennium Development Goals, Agenda 21, etc.) sowie bestehende planerische Lö-sungsansätze zu untersuchen. Anhand des Fallbeispiels soll anschließend be-trachtet werden, wie die lokale Realität in informellen Siedlungsgebieten aussieht, wie Planung und informelle Selbstorganisation (zusammen-) wirken. Dabei soll u.a. untersucht werden, wie informelle Siedler ihre Wohnstandortentscheidungen treffen, wie ihr Mobilitätsverhalten aussieht und wie sie ihr kleinräumiges Nachbarschaftsleben organisieren. Dabei soll insb. berücksichtigt werden, inwie-fern sie dabei von den globalen Herausforderungen betroffen sind und wie sie darauf reagieren. Organisatorisches Da das Projekt in weiten Teilen in englischer Sprache bearbeitet wird, sind solide mündliche und schriftliche englische Sprachkenntnisse unerlässlich. Geplant ist eine Exkursion nach Dar es Salaam. Kombe, Wibard; Kreibich, Volker 2006: The governance of informal urbanisation in Tanzania. Mkuki na Nyota Publishers, Dar es Salaam Kraas, Frauke 2010: Urbanisierung als weltweite Herausforderung. In: Stiftung Entwicklung und Frieden/Institut für Entwicklung und Frieden (Hg.): Globale Trends 2010: Frieden - Entwicklung - Umwelt, 181-199 Roy, Ananya 2005: Urban Informality: Towards an Epistemology of Planning. In: American Planning Association. Journal of the American Planning Assocication, 71, 147-158 UN [United Nations] 2010: Urban Agglomerations 2009 (Wallpaper), New York Voraussetzungen Erfolgreicher Abschluss der Module 1-3 und 6-9 zur Teilnahme an der ersten Teilleistung. Bachelor Raumplanung (2007) Erfolgreicher Abschluss der Module 1-3 und 6-9 zur Teilnahme an der ersten Teilleistung. Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Raumplanung Diplom Dr. Hill Alexandra