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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Hecken im Heckert Konzepte für die innere Peripherie von Chemnitz

Seit mehreren Jahren ist die Einwohnerzahl von Chemnitz stark rückläufig. Die drittgrößte Stadt Sachsens, vor dem Krieg mit 290 Tsd Einwohnern stolze Industrie- und Technikmetropole, ist in absehbarer Zeit sie größenmäßig Kassel vergleichbar. Die Gründe für den Schrumpfungsprozess sind vielfältig,...

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Seit mehreren Jahren ist die Einwohnerzahl von Chemnitz stark rückläufig. Die drittgrößte Stadt Sachsens, vor dem Krieg mit 290 Tsd Einwohnern stolze Industrie- und Technikmetropole, ist in absehbarer Zeit sie größenmäßig Kassel vergleichbar. Die Gründe für den Schrumpfungsprozess sind vielfältig, die Folgen eindeutig: Tausende Wohnungen in der -Stadt der Moderne- stehen leer oder sind schon rückgebaut. Besonders massiv ist dieser Prozess im Bereich des Komplexwohnungsbaus, also im Plattenbaugebiet zu beobachten. Ab den 1970ern ist dieses Neubaugebiet (benannt nach einem kommunistischen Arbeiterfunktionär Fritz Heckert) in mehreren Bauabschnitten vom Stadtzentrum kontinuierlich nach Süden in die Landschaft vorangetrieben worden. Gut die Hälfte aller Chemnitzer wohnte zum Mauerfall in Wohngebäuden des -Heckert-. Nachdem ein gesamtstädtisches Rückbauszenario im Sinne einer -Schrumpfung auf den Kern- aus diversen Gründen nicht realisiert werden konnte, entstanden und entstehen in den Rückbaubereichen massive Lücken, die den Stadtkörper als gesamtes unterminieren. Das Phänomen einer Art innerer Peripherie in den an sich schon aufgelockerten Baufeldern manifestiert sich. Den Eigentümern (zumeist Wohnungsbaugesellschaften) gelingt es zumeist nicht, die neu entstehenden Räume wieder in Wert zu setzen. Auch die Stadtverwaltung ist nicht in der Lage diese Defizite zu kompensieren. Es entsteht eine Kultur der Mangelverwaltung, die Gestaltung der Rückbauflächen reduziert sich häufig auf eine Eingrünung mit Landschaftsrasen. Das Projekt strebt an, für ausgesuchte Standorte im Heckertgebiet in Abstimmung mit Stadtverwaltung und Eigentümern beispielhafte landschaftsarchitektonische Entwurfs-Konzepte zu entwickeln, die auch die Realitäten von Förderprogrammen, Rechtsbedingungen und Pflegekosten einbeziehen. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS 2009 Architektur Architektur Dipl.-Ing. Sattler Philipp