Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Theorien der Individualisierung
Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren wird in der Soziologie die Individualisierungsdebatte geführt, die insbesondere durch die Arbeiten von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim ausgelöst worden ist. Individuali­sierung meint in ihrer Per­spektive, dass der Einzelne aus den Stabilität und Sicherheit spendenden...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit mehr als fünfundzwanzig Jahren wird in der Soziologie die Individualisierungsdebatte geführt, die insbesondere durch die Arbeiten von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim ausgelöst worden ist. Individualisierung meint in ihrer Perspektive, dass der Einzelne aus den Stabilität und Sicherheit spendenden Sozialbindungen der Industriegesellschaft (Klassen, Familie etc.) in die Turbulenzen und Unsicherheiten einer Weltrisikogesellschaft entlassen wird. Diese Entwicklung hat für das Individuum die Konsequenz, dass alle biographischen Ereignisse, die einstmals durch spezifische Gruppenzugehörigkeiten bewältigt werden konnten, nunmehr vom einzelnen selbst bearbeitet und gelöst werden müssen. Die Gestaltung des eigenen Lebens - mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken - scheint zur Hauptaufgabe jedes Individuums zu werden. Im Seminar soll die Plausibilität der Individualisierungsthese vor dem Hintergrund konkurrierender Theorieangebote und Zeitdiagnosen diskutiert werden. Darüber hinaus soll es im Seminar darum gehen, die Geschichte der Individualisierungsdebatte innerhalb der Soziologie zu rekonstruieren. Deshalb stehen im Seminar sowohl klassische Texte zum Thema (Simmel, Weber, Durkheim, Berger/Berger/Kellner, Elias, Adorno), als auch zeitgenössische Positionen (Beck, Foucault, Luhmann, Bauman) auf dem Seminarplan. Nicht zuletzt sollen auch die -Folgeprobleme- der Individualisierung (-Desintegration-, -Entsolidarisierung-, -Krise des Gemeinsinns-, -Bindungsverlust- usw.) behandelt werden.
Basisliteratur:
Markus Schroer: Das Individuum der Gesellschaft. Synchrone und diachrone Theorieperspektiven. Frankfurt/M. 2008, 2. Aufl.
Bemerkung
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist die regelmäßige und intensive Lektüre (auch längerer) theoretischer Texte, der kontinuierliche Besuch der Veranstaltung, die Mitwirkung an einer Präsentation und die Abfassung einer schriftlichen Hausarbeit. Das genaue Seminarprogramm wird in der ersten Sitzung des Seminars bekannt gegeben. Die Teilnahme an dieser konstituierenden Sitzung ist obligatorisch.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2010
Soziologie HF
Soziologie NF
Prof. Dr.
Schroer Markus