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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Soziale Mischung von Quartieren als Planungsleitbild

Seit mindestens zwei Jahrzehnten zielen Stadtentwicklungsprogramme in vielen europäischen Ländern auf Maßnahmen zur Stärkung der (sozialen) Mischung in Quartieren ab. Die funktionale und soziale Mischung wird dabei als zentrales Merkmal städtischer Urbanität und der Stabilisierung von Quartieren betrachtet. Einerseits beschreibt...

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Seit mindestens zwei Jahrzehnten zielen Stadtentwicklungsprogramme in vielen europäischen Ländern auf Maßnahmen zur Stärkung der (sozialen) Mischung in Quartieren ab. Die funktionale und soziale Mischung wird dabei als zentrales Merkmal städtischer Urbanität und der Stabilisierung von Quartieren betrachtet. Einerseits beschreibt das Konzept einen Gegenentwurf zu den monostrukturierten Schlafstädten, die durch das Leitbild der funktionsgetrennten Stadt entstanden sind. Andererseits gilt die Förderung einer sozialen Mischung von Quartieren als Antwort auf die zunehmende sozialräumliche Segregation in Städten. Ob soziale Mischung auch ein geeignetes Instrument gegen Armut darstellt, wird kontrovers diskutiert, da oftmals gesellschaftliche und ökonomische Dimensionen von Ausgrenzung und sozialer Ungleichheit vernachlässigt werden. Schließlich sind auch gemischte Quartiere, oder solche, deren Mischung gestärkt werden soll, mitunter durch problematische Entwicklungen gekennzeichnet, etwa wenn Quartiere einer ökonomischen Inwertsetzung unterworfen sind, die mit der Verdrängung einkommensschwächerer Bevölkerungsschichten und weniger rentabler Nutzungen einhergeht.   Seminarinhalte   • Auseinandersetzung mit theoretischen Ansätzen und Befunden aus empirischen Studien zu Quartier, Wohnen und Lebensstil mit Fokus auf das Planungsideal der europäischen und sozial gemischten Stadt und den damit verbundenen Zielen der Stabilisierung benachteiligter Quartiere. • Beschäftigung mit den politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen, Fördermodellen und Instrumentarien der Stadt- und Kommunalplanung zur zielgruppenspezifischen Planung und Gestaltung der Wohnungs- und Quartiersentwicklung sowie Identifizierung von zentralen Akteuren (und deren Handlungslogiken) auf Quartiersebene. • Entwicklung eigener Fragestellungen, Vorgehensweisen zur Durchführung eines (überschaubaren) Forschungsvorhaben in einem Kasseler Stadtgebiet (ggf. im Kontext von ISEK Kasseler Osten oder eines Programmgebietes der Sozialen Stadt) unter Anwendung vorwiegend qualitativer Methoden (wie: Vor-Ort-Begehung, Analyse von statistischen Daten, leitfadengestützte Interviews mit Bewohner:innen und weiteren Akteuren, Mental Mapping). FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2015/16 Architektur Dipl.-Ing. Kienast Gerhard