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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Landschaftsentwicklungskonzept Köln Chorweiler

Die Aufgabe Aufgabe des Projektes ist es, einen Einblick der Landschaft in den Köpfen der Bevölkerung zu erlangen. Es sind Potentiale und Defizite dieser Landschaft (in den Köpfen) zu identifizieren und darzustellen. Eine mögliche Entwicklung der Landschaft ist zu skizzieren....

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Die Aufgabe Aufgabe des Projektes ist es, einen Einblick der Landschaft in den Köpfen der Bevölkerung zu erlangen. Es sind Potentiale und Defizite dieser Landschaft (in den Köpfen) zu identifizieren und darzustellen. Eine mögliche Entwicklung der Landschaft ist zu skizzieren. Diese ist anschließend auf den physischen Raum zu übertragen. Ziel der planerischen Intervention ist es mit möglichst minimalen physischen Veränderungen einen maximalen Effekt auf die Landschaft im Kopf zu erreichen. Zu den möglichen Interventionen gehören Verstärkung und Überhöhung, Abschwächung und Provokation usw. Im Sinne einer Forschung durch Planung wird schließlich der Versuch unternommen einer Veränderung der Landschaftswahrnehmung zu dokumentieren. Welche Veränderungen waren beabsichtigt? Welche wurden tatsächlich erreicht? Hierzu ist die Präsentation der Pläne und die erneute Befragung der Beteiligten nötig. Die Landschaft in den Köpfen Landschaft entsteht im Kopf (vgl. Lynch [1], Appelton [2], Kaplan & Kaplan [3], Burckhardt [4], Ipsen [5], Kühne [6], Trepl [7]). Sie ist demnach kein objektiv vorhandenes Abbild des Raums sondern eine von vielerlei emotionalen und kognitiven Faktoren bestimmte individuelle Interpretation des Gesehenen. Dies legt nahe, dass sich Landschaft nicht allein durch die Intervention im Raum sondern auch durch eine Intervention -im Kopf- planen und gestalten lässt. Voraussetzung dieser Intervention ist die Kenntnis sowohl der physischen Landschaft als auch der -Landschaft in den Köpfen-. Der herkömmliche Methodenkoffer des Landschaftsplaners ist für die Aufgabe, eine Landschaft in den Köpfen zu Kartieren nicht geeignet. Die dazu notwendigen Methoden unterscheiden sich deutlich von den üblichen Erfassungsmethoden, Beispielsweise der Biotoptypen- und Nutzungskartierung aber auch von der Landschaftsbildanalyse. Vielmehr ist es notwendig Methoden der der quantitativen und qualitativen Sozialforschung (Silverman [8], Atteslander [9]) zu nutzen um neue planerische Herangehensweisen zu entwickeln. Das Projekt wird sich mit diesen Methoden beschäftigen und die Erfassung der Landschaft in den Köpfen so durchführen. Alle anderen landschaftsbezogenen Informationen werden aus vorhandenen Quellen abgeleitet. Das Plangebiet Der Stadtbezirk 6 Köln-Chorweiler liegt im linksrheinischen Teil des Metropolraums Köln. Es handelt sich um ein Gebiet mit einer besonderen Vielfalt unterschiedlicher Landschaften. Von stark besiedelten Bereichen im Süden bis zu den von Landwirtschaft geprägten Bereichen um den Worringer Bruch und den angrenzenden Industrieanlagen von Bayer-Dormagen im Norden. Der Stadtbezirk zeigt so die typischen Merkmale der Ballungsrandzone und weist deren dynamische Nutzungsansprüche an Fläche und Raum auf. Dabei blickt das Gebiet auf eine lange Geschichte zurück und gilt jeher als historische Kulturlandschaft. Herausragendes Ereignis ist die Schlacht von Worringen, die die Entscheidung im Limburger Erbfolgestreit brachte und den Aufstieg Kölns zu einer freien Reichsstadt ermöglichte. Die Besiedlungsgeschichte begann etwa 500 v.Chr. Um 55 n.Chr. wurde das Gebiet von den Römern besiedelt, später lebten hier Franken und im 18. Jhd. Franzosen. Das Schlachtfeld von Worringen ist heute weitestgehend durch den Ortsteil Blumenberg und Chorweiler-Nord überbaut, es finden sich jedoch immer noch Zeugnisse vergangener Epochen, wie Kapellen, Gutshöfe und Wegekreuze, Historische Flurzuschnitte, Wege und Straßen. Die Exkursion Teil des Projektes wird eine Exkursion in der Kompaktwoche sein. Diese steht im Zentrum des Kartieren in den Köpfen. Das Programm der Exkursion ist bis auf wenige Rahmentermine selbst zu gestalten. Es ist eine Woche Zeit die Landschaft in den Köpfen der Menschen zu erkunden. Dazu ist es unvermeidlich mit diesen in Kontakt zu treten. Es sind Befragungen, Exkursionen, Sparziergänge, Mental Map - Übungen und andere Termine zu organisieren. Projektablauf Termin Literaturverzeichnis Appleton, Jay (1996): The experience of landscape. Jay Appleton. Chichester [u.a.]: Wiley. Atteslander, Peter (2010): Methoden der empirischen Sozialforschung. 13. Aufl. Berlin: Schmidt. Burckhardt, Lucius (2008): Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft / Lucius Burckhardt. Hrsg. von Markus Ritter … Hg. v. Markus Ritter. Berlin: Schmitz. Ipsen, Detlev (2002): Raum als Landschaft. Detlev Ipsen. Kassel (Reprint. - Kassel;84). Ipsen, Detlev (2006): Ort und Landschaft. Wiesbaden (Springer-11776 /Dig. Serial]). Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-90396-5. Kaplan, Stephen; Kaplan, Rachel (1982): Cognition and environment. Functioning in an uncertain world. New York: Praeger. Kühne, Olaf (2006): Landschaft und ihre Konstruktion. Theoretische Überlegungen und empirische Befunde. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 38 (5), S. 146–152. Kühne, Olaf (2008): Distinktion - Macht - Landschaft. Zur sozialen Definition von Landschaft. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage GmbH Wiesbaden. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-91152-6. Kühne, Olaf (2011): Die Konstruktion von Landschaft aus Perspektive des politischen Liberalismus. Zusammenhänge zwischen politischen Theorien und Umgang mit Landschaft. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 43 (6), S. 171–176. Lynch, Kevin (1960): The image of the city. Kevin Lynch. Cambridge, Mass: The Technology Pr & Harvard Univ. Pr. Silverman, David (2010): Doing qualitative research. A practical handbook. 3rd [substantially upd. and rev.]. Los Angeles, CA [etc.]: Sage. Trepl, Ludwig (2012): Die Idee der Landschaft. Eine Kulturgeschichte von der Aufklärung bis zur Ökologiebewegung. 1. Aufl. Bielefeld: transcript. Bemerkung Projekt NEU, 1-semestrig FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SoSe 2012 Architektur Stadt- und Regionalplanung Dipl.-Ing. Theile Simone