Uni-Kassel
14. März 2017Projektseminar Die Kreuzzüge aus der Gender Perspektive
Die Kreuzzüge führten nicht nur zu vielschichtigen Kulturkontakten mit dem Nahen Osten, sondern wirkten sich bekanntlich auch auf Gesellschaft, Religion, Militär und Kultur des hoch- und spätmittelalterlichen Europa aus. Die bewaffneten Reisen ins Heilige Land zogen gesellschaftliche Veränderungen und neue...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDie Kreuzzüge führten nicht nur zu vielschichtigen Kulturkontakten mit dem Nahen Osten, sondern wirkten sich bekanntlich auch auf Gesellschaft, Religion, Militär und Kultur des hoch- und spätmittelalterlichen Europa aus. Die bewaffneten Reisen ins Heilige Land zogen gesellschaftliche Veränderungen und neue Wahrnehmungen nach sich. Traditionell wurden dabei fast ausschließlich Männer als Handlungsträger der Kreuzzugsbewegung betrachtet, aber die Auswirkungen betrafen die gesamte Gesellschaft, auch die Frauen. Im Zuge der historischen Geschlechterforschung ist gender als eine soziale Kategorie beschrieben worden, die komplexe Deutungsmuster mehrfach relational in der Wechselwirkung zwischen Gesellschaft, Kultur und Religion widergibt. Das Seminar wird deshalb nach der Relevanz, den Formen und den Dynamiken von Männlichkeit und Weiblichkeit im Kreuzzugskontext fragen. Zu untersuchen sind Texte (Chroniken, Urkunden) und Bilder (Siegeln, Münzen, Illustrationen), um nach den genderspezifischen Auswirkungen der Kreuzzüge zu fragen, sei es auf dem Schlachtfeld, an der ‚Home front‘ oder im Umgang mit Andersgläubigen (Christen, Muslime, Juden, Häretiker). Zu diesem Zweck ist der Begriff Kreuzzug nicht allein auf militärische Unternehmungen ins Heilige Land zu beschränken, sondern im modernen Sinne umfassend auf Kreuzzugsaktivitäten gegen Muslime, Häretiker und Heiden im Osten wie im Westen anzuwenden. Das Ziel des Seminars liegt in erster Linie in der Sensibilisierung für den Zusammenhang von Gender, Herrschaft, Religion und Mobilität im Mittelalter.
Einführende Literatur:
Nikolas Jaspert, Die Kreuzzüge, Darmstadt 2003.
Christoph Maier, The roles of women in the crusade movement: a survey, in: Journal of medieval history 30,1 (2004), S. 61-82.
C. Opitz-Belakal, Geschlechtergeschichte (Historische Einführungen 8), Frankfurt am Main u. a. 2010.
Eine ausführliche Literaturliste wird vor Semesterbeginn auf Moodle bereitgestellt.
Bemerkung
Um Voranmeldung per Email zur Themenvergabe wird gebeten.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Europäische Geschichte
Prof. Dr.
Baumgärtner Ingrid