Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Phase 4
Das Projekt Phase 4 nimmt sich das 35-jährige Jubiläum des Kunstwerks 7000 Eichen/ Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung- von Joseph Beuys zum Anlass sich mit einer außergewöhnlichen Aufgabenstellung aus landschaftsarchitektonischer Sicht zu beschäftigen - dem zeitgenössischen Umgang mit einem weltweit einzigartigen, wachsenden...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Projekt Phase 4 nimmt sich das 35-jährige Jubiläum des Kunstwerks 7000 Eichen/ Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung- von Joseph Beuys zum Anlass sich mit einer außergewöhnlichen Aufgabenstellung aus landschaftsarchitektonischer Sicht zu beschäftigen - dem zeitgenössischen Umgang mit einem weltweit einzigartigen, wachsenden Kunstwerk im öffentlichen Raum.
Das Kunstwerk 7000 Eichen von Joseph Beuys wurde im Juni 1982 zur documenta 7 ins Leben gerufen. In einer groß angelegten Aktion wurden im Laufe der fünf Jahre bis zur documenta 8 gemeinsam mit Kasseler Bürgern 7000 Bäume im Stadtgebiet gepflanzt und mit einer Basaltsäule markiert. Auf einen Schlag wurde die Anzahl der Bäume auf öffentlichen Flächen mehr als verdoppelt und sie prägen das Stadtbild Kassels bis heute.
Auch als mehrdimensionale soziale Raum-Zeit-Skulptur bezeichnet, ist das Kunstwerk als ein Gemeinschaftsprojekt von offentlichem und privatem Engagement anzusehen und beschränkte sich nicht nur darauf, räumliche Veränderungen zu bewirken. Als Soziale Plastik stieß es gesellschaftliche Prozesse an, die darauf abzielten, die Bürger aktiv in den Planungsprozess mit einzubeziehen und damit an der (Um-)Gestaltung ihrer Stadt teilzuhaben - aus (Kunst-) Betrachtern wurden Mitwirkende. Bis heute sorgt das Beuyssche Projekt dafür, dass es immer wieder Anlass für eine Auseinandersetzung mit der Verantwortung für Stadt und öffentlichen Raum, für das Verhältnis von Bürger und Staat bietet.
Heute - nach 35 Jahren sieht sich die Stadt Kassel nach wie vor vor der Herausforderung im Spannungsfeld zwischen alltäglichen, ganz lebenspraktischen Anforderungen und einer angemessenen Würdigung eines einzigartigen Kunstwerkes zu navigieren. Wie geht man mit einem solchen lebendigen und sich stetig verändernden und in Teilaspekten sogar unsichtbaren Kunstwerk um? Wie können die extrem heterogenen Standorte erhalten und qualifiziert werden? Kann man einen Baum umpflanzen? Wie kann über die Alltäglichkeit des Kunstwerks hinaus ein neues Bewusstsein geschaffen werden? Und: Wie ist der Erfolg der 7000 Eichen im Rückblick zu beschreiben und zu bewerten?
Unser Projekt wird sich dieser vierten Phase des Kunstwerkes - der Weiterentwicklung in die Zukunft - widmen. Die Arbeit im Projekt findet dabei in einem ungewöhnlichen Format statt. Anstelle der regelmäßigen wöchentlichen Treffen wird es einen intensiven Workshop während der Kompaktwoche geben (05.-12.11.16), auf dem wir uns aus unterschiedlichen Blickwinkeln dem Kunstwerk nähern, ergänzt um eine individuelle Nachbearbeitung bis zum Rundgang.
Es wird weniger darum gehen konkrete Antworten zu formulieren, als experimentell und ergebnisoffen das Kunstwerk in all seinen Facetten und Deutungsebenen wahrzunehmen, zu interpretieren, die Problemlage zu verstehen und erste Ansätze eines Weiterdenkens abzuleiten. Zu diesem Zweck werden wir unterschiedliche Arbeitsweisen und Medien einsetzen, Szenarien entwickeln, graphische Untersuchungen durchführen und durch intensive Diskussionen und Gespräche (innerhalb der Gruppe und mit Gästen) eine eigene Haltung zu diesen 7000 Bäumen und Steinen entwickeln.
Die Ergebnisse des Workshops werden dem Kuratorium der Stiftung 7000 Eichen Ende November vorgestellt und im weiteren Verlauf des Semesters konzeptionell und entwurflich ausgearbeitet. Über das Wintersemester hinaus sind, begleitend zur documenta 14 weitere Aktionen ggf. Lehrveranstaltungen angedacht.
Geleitet wird das Projekt vom Fachgebiet Landschaftsarchitektur/ Entwurf in Kooperation mit Gast.-Prof. Florian Otto (FG Landschaftsästhetik im Entwurf) und durch zahlreiche Gäste, ehemalige Mitarbeiter von Joseph Beuys und die Stiftung 7000 Eichen unterstützt.
Für die erfolgreiche Teilnahme am Projekt ist die kontinuierliche, gemeinsame Arbeit während des Workshops Voraussetzung. Die Projektstruktur ist geeignet Inhalte im Rahmen einer Studienarbeit weiter zu entwickeln.
Leistungsnachweis: Bericht (als schriftliche und zeichnerische Ausarbeitung); Abgabe des Readers bis Fr., den 10.03.2017).
Workload: 12 cp, 8 SWS; 360 Std. workload gesamt, davon 270 Std. in der VL-Zeit / 90 Std. in der VL-freien Zeit (Erarbeitung des Projektreaders)
Erster Termin/ Einführungsveranstaltung: Mittwoch, 19.10.2016 um 19 Uhr, Atelier des FG LAE/ HAFEKA
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung
Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Röntz Ariane