Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Wohnen bleiben in der Stadt 8211 Potentiale von 50er Jahre Siedlungen nutzen
Vor dem Hintergrund von zerstörten Städten und riesigen Flüchtlingsströmen wurden in den 50er Jahren ca. fünf Millionen neue Wohnungen gebaut, mit dem vordringlichen Ziel, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Neue städtebauliche Ideen konnten sich auch aufgrund...
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Jetzt Lernplan erstellenVor dem Hintergrund von zerstörten Städten und riesigen Flüchtlingsströmen wurden in den 50er Jahren ca. fünf Millionen neue Wohnungen gebaut, mit dem vordringlichen Ziel, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Neue städtebauliche Ideen konnten sich auch aufgrund der Kriegszerstörungen der Städte durchsetzen. Entstanden sind im gesamten Bundesgebiet Wohnsiedlungen in der typischen Zeilenbauweise, umgeben von großzügigen Freiflächen.
Heute nach bald sechzig Jahren stehen die Siedlungen vor einer Umbruchsituation. Die stabile, noch mit der Siedlung und der Nachbarschaft verbundene Erstmieterschaft verlässt aus Altersgründen das Quartier, häufig gefolgt von einer rasch fluktuierenden Kurzmieterschaft. Bauliche, energetische und strukturelle Mängel kennzeichnen die Quartiere - unzeitgemäße Wohnungsgrößen, veralteter technischer Standard, mangelhafter Schall- und Wärmeschutz und ungegliederte, oft wenig attraktive und kaum zu nutzbare Freiräume.
Andererseits bieten die Siedlungen mit ihrer meist guten innerstädtische Lage, gekennzeichnet von erreichbarer Infrastruktur bis hin zu einer Anbindung an den ÖPNV, entscheidende Vorteile für das Wohnen in der Stadt, für Familien genauso wie für in ihrer Mobilität eingeschränkte ältere Menschen. Ein weiters großes Potential dieser Siedlungen liegt in den großzügigen Freiräumen, oft mit altem Baumbestand, die bei einer entsprechenden Zonierung in private, gemeinschaftliche und öffentliche Bereiche maßgeblich zur Attraktivität als Wohnstandort beitragen können. Ebenso die geringe Dichte der Siedlungen, die die Möglichkeit einer spezifischen baulichen Ergänzung im Wohnungsangebot bietet.
Dem Projekt wird die These vorangestellt, das sich Siedlungen der 50er Jahre besonders gut für das Wohnen von Familien mit Kindern eignet, und das das auch eine große Chance für die Städte ist, in Zeiten des demografischen Wandels und schrumpfender Städte langfristig Bewohner in der Stadt zu halten. Ebenso geht es darum, für die älteren Mieter, die in ihrer Siedlung bleiben möchten, altengerechte Wohnungen anzubieten. Dazu wird eine noch nicht endgültig festgelegte Siedlung im Kasseler Stadtgebiet bearbeitet. Ziel des Projektes ist es, nach einer analytischen Annäherung an die Siedlung, und einer Auseinandersetzung mit Referenzprojekten einen Entwurf zu erarbeiten, der die gesamte Anlage einbezieht, Lage im Stadtteil, Wegebeziehungen, Freiflächen und die Gebäude.
Es werden Lehrende aus den Fachgebieten Stadtumbau und Freiraumplanung für einzelne Termine hinzugezogen.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SS 2009
Architektur
Architektur
Dipl.-Ing.
Lubenow Anke