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Uni-Kassel
14. März 2017

Projektarbeit ANTITATOO Spuren der Psyche einer Subkultur oder eine Reaktion auf den Verlust des Körpers

In den letzten 10 Jahren ist das Tattoo aus der Restriktion seines gesellschaftlichen Tabus ausgebrochen und hat schleichend den ‘Mainstream’ bevölkert. Gerade hier an der Kunsthochschule – Ort der Erforschung visueller Kommunikation und dessen Methoden und Praktiken – sehen wir...

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In den letzten 10 Jahren ist das Tattoo aus der Restriktion seines gesellschaftlichen Tabus ausgebrochen und hat schleichend den ‘Mainstream’ bevölkert. Gerade hier an der Kunsthochschule – Ort der Erforschung visueller Kommunikation und dessen Methoden und Praktiken – sehen wir alltäglich Tätowierungen aller Art und müssen uns fragen warum? Beobachten wir im Einzelfall die Suche nach einer Individualität? Nicht im ernst, oder? Ist es Mode? Geht es hier um Schönheit? Oder wird trotz Verlust des Tabus mit nicht mehr bestehenden Grenzen gespielt? ‘BadBoy culture light’ so zu sagen? Diese Fragen sind nur bedingt interessant. Vielmehr sollte ein Blick in tiefere Fragestellungen geworfen werden, wie etwa: Ist mein Körper inzwischen auch nur ein Avatar meiner gespaltenen Identität geworden? Die EchtzeitFleischVersion, sozusagen. Was passiert mit meinen Avataren – digital oder fleischlich – nach meinem Tod? Ist das Tattoo eine Art Aufwärtung des körperlichen um der Vergänglichkeit zu trotzen? Gibt es eine Bedeutung (Semiotik) in den Bildern die wir uns stechen? Oder geht es nur noch um die Fläche? Sind es überhaupt noch Bilder und Symbole, oder lediglich Ornamente, körperliche Tapete? Ist das Tattoo ein Ritus geworden? Initiierung, aber zu was? Geht es hier um kulturellen Ausschluss, um Integration oder Inklusion? (Bude) Oder doch um die Individualität? Inwieweit hat unsere digitale vernetzte Avatar-lastige Lebensart heutzutage Einfluss auf dieses Phänomen? Haben sich unsere Begriffe für Zeit (bzw. Lebensdauer), Tabu (bzw. Kult des outsiders), Zeichen oder Selbstbild verschoben? Ist das Tattoo ein Ausdruck des sich einsetzenden Verlustes des Körpers? (Virilio) Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2012/13 Visuelle Kommunikation Prof. Baumann Joel