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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Vertiefungsseminar Der Osten und der Westen der Ukraine in den 1920er Jahren

In den Kriegs- und Revolutionsjahren zwischen 1917 und 1920 scheiterten mehrere Versuche zur Bildung eines ukrainischen Nationalstaats. Der größte Teil der Ukraine wurde schließlich zwischen der entstehenden Sowjetunion und Polen aufgeteilt. Mit ihren Schwarzerdegebieten und ihrer Schwerindustrie stand die Ukraine...

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In den Kriegs- und Revolutionsjahren zwischen 1917 und 1920 scheiterten mehrere Versuche zur Bildung eines ukrainischen Nationalstaats. Der größte Teil der Ukraine wurde schließlich zwischen der entstehenden Sowjetunion und Polen aufgeteilt. Mit ihren Schwarzerdegebieten und ihrer Schwerindustrie stand die Ukraine im Mittelpunkt heftiger Spannungen zwischen diesen beiden Ländern. Gleichzeitig bildete sie ein Spannungsfeld im Inneren der frühen Sowjetunion wie auch des neuen polnischen Staates. In der Ukraine selbst formierten sich neben den an Moskau orientierten Kräften nationalkommunistische Strömungen sowie verschiedene Untergrundbewegungen. Intellektuelle diskutierten vehement über die ukrainische Identität. In den 1920er Jahren wurden Weichen für die Repressionen in der sowjetischen Ukraine der 30er Jahre und für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg gestellt. Weit darüber hinaus zeigt der Blick auf die 20er Jahre Hintergründe des heutigen Konflikts um die Ostukraine. In diesem Seminar befragen wir die Quellen nach gesellschaftlichem Wandel und kulturellen Orientierungen in den westlichen und östlichen Regionen der Ukraine dieser Epoche. Wir wenden uns aber auch den Autor/-innen dieser Quellen zu: Ethnographen und Statistikern, Dichtern und Filmregisseuren, die den Umgang der Bevölkerung mit den Folgen von Krieg und Bürgerkrieg, mit staatlichen Akkulturationsoffensiven und oppositionellen Bestrebungen beobachteten und deuteten. Wir untersuchen, wie dabei Kategorien wie Klasse und Nation, aber auch Zeit- und Raumkonzepte der Moderne zum Tragen kamen und wie Wissenschaftler/-innen und Künstler/-innen in den Sog der Rechtfertigung staatlicher Repression gerieten. LiteraturErste Literaturhinweise: Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine. 4. Auflage, München 2014, S. 165-214; Piotr Cichoracki, Polonisation Projects for Polesia and their Delivery in 1928-1939, in: Acta Poloniae Historica 109 (2014), S. 61-79; Mark Baker, How to Make Kharkiv Workers into Bolsheviks: Lessons from the Hetmanate and Directory, in: Canadian American Slavic Studies 40 (2006), S. 49-64. Bemerkung Ganztägiges Blockseminar vom 15.-19. Februar 2016 Erste Literaturhinweise: Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine. 4. Auflage, München 2014, S. 165-214; Piotr Cichoracki, Polonisation Projects for Polesia and their Delivery in 1928-1939, in: Acta Poloniae Historica 109 (2014), S. 61-79; Mark Baker, How to Make Kharkiv Workers into Bolsheviks: Lessons from the Hetmanate and Directory, in: Canadian American Slavic Studies 40 (2006), S. 49-64. Bemerkung Ganztägiges Blockseminar vom 15.-19. Februar 2016 Geschichte (MA, PO 2013) Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Dr. Rustemeyer Angela