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Uni-Kassel
14. März 2017

Projektseminar Regional Governance und Klimawandel Nordhessen

In der Diskussion um Fragen der Bewältigung des Klimawandels, hat das Konzept der Anpassungskapazität in den letzten Jahren Konjunktur erlangt. Sowohl auf der lokalen Politikebene des konkreten Ressourcenmanagements wie auch der internationalen Ebene der Klimarahmenpolitik erhält die notwendige Anpassung an...

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In der Diskussion um Fragen der Bewältigung des Klimawandels, hat das Konzept der Anpassungskapazität in den letzten Jahren Konjunktur erlangt. Sowohl auf der lokalen Politikebene des konkreten Ressourcenmanagements wie auch der internationalen Ebene der Klimarahmenpolitik erhält die notwendige Anpassung an den Klimawandel neben der Minderung des Klimawandels immer stärkeres Gewicht. Als zentrale Maßstabsebene, um Anpassungsmaßnahmen effektiv umzusetzen, wird die Region benannt. Erstens sind die Phänomene des Klimawandels regional sehr unterschiedlich ausgeprägt (Meeresspiegelanstieg, Trockenheit, Stürme), zweitens sind die Reaktionsmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich verteilt (finanzielle und wissenschaftliche Ressourcen von Industrie- und Entwicklungsländern) und drittens sind die relevanten Politikfelder für Anpassungsmaßnahmen mehrheitlich kommunal und regional organisiert (Katastrophenschutz, Gesundheitsdienste, Energieversorgung, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Verkehrsinfrastruktur, Wasserbau). Während Klimaschutzmaßnahmen zur Emissionsreduktion mittels rechtlicher Instrumente in hierarchischen Regelungsstrukturen durchgesetzt werden, sind Klimaanpassungsmaßnahmen stärker auf eine kooperative Politik angewiesen. Daher werden auf regionaler Ebene innovative Governanceformen gesucht, die eine Akzeptanz von Anpassungsmaßnahmen gewährleisten sollen. Nordhessen ist in den nächsten Jahren eine Modellregion für einen großen Forschungsverbund, um Aussagen zu geeigneten Governanceformationen, möglichen Interessenkonflikten und Klimaanpassungskapazitäten für eine Industrienation in den mittleren Breiten machen zu können. Die Studierenden des Projektseminars werden kleine Studienprojekte im Rahmen dieses Forschungskontextes bearbeiten. Im ersten Teil des Projektseminars liegt der Schwerpunkt auf der Einführung in das Politikfeld regionale Klimapolitik und relevanter empirischer Zugänge. Es wird der Umgang mit politikwissenschaftlichen Konzepten, Methoden und Theorien erlernt werden. Ab Januar 2010 soll in Kleingruppen mit eigenständigen Vorarbeiten für studentische Projekte mit qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung begonnen und mit einem Bericht des empirischen Vorgehens abgeschlossen werden. Diese Studienprojekte werden im zweiten Teil des Projektseminars im Sommersemester 2010 mit eigenständiger empirischer Arbeit in den nordhessischen Landkreisen fortgeführt und mit einem Projektbericht abgeschlossen. Dabei können unterschiedliche Methoden erprobt werden, wie Fragebogenentwicklung, Experteninterviews, teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalysen, Sekundäranalysen. Schipper, E. L. F. and Burton, I. (2009): The Earthscan Reader on Adaptation to Climate Change. London: Earthscan. Bemerkung Bemerkungen: Drei Seminartermine werden in einer Blockveranstaltung zusammengefasst, das am 02.12.2009 um 10-15 Uhr in der Kurt-Schumacher-Str. 2, 4. Etage stattfindet. Informationen zum Forschungskontext: www.klimzug-nordhessen.de FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WS 2009/2010 Politikwissenschaften HF Dr. Bauriedl Sybille