Uni-München
14. März 2017Proseminar Comedy of Errors Das Spiel mit der Identität in der Verwechslungskomödie Analyse von Theatertexten Zorn
In diesem Proseminar werden grundlegende Theorien, Methoden und Begriffe der Analyse von traditionellen dramatischen sowie postdramatischen Theatertexten, also der schriftlichen Basis von szenischen Kunstwerken, sowie von ästhetischen Texten im weiteren Sinn in ihrer spezifischen medialen Form (Szenarien, Drehbücher, Libretti, Partituren,...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Proseminar werden grundlegende Theorien, Methoden und Begriffe der Analyse von traditionellen dramatischen sowie postdramatischen Theatertexten, also der schriftlichen Basis von szenischen Kunstwerken, sowie von ästhetischen Texten im weiteren Sinn in ihrer spezifischen medialen Form (Szenarien, Drehbücher, Libretti, Partituren, Choreografien, Bilder etc.) vermittelt. Anhand exemplarischer Beispiele der verschiedenen theatralen Genres (Sprech-, Musik-, Tanztheater, Performance und Film) werden deren dramaturgische und ästhetische Verfahrensweisen untersucht, deren Bestimmung eingeübt und deren Bedeutungsstrukturen resp. Verständnismöglichkeiten erarbeitet.
Die Kenntnis der jeweiligen Texte wird bei Beginn des Proseminars vorausgesetzt.
Zur Methodik der Dramenanalyse gibt es ein kursübergreifendes Begleit-Tutorium zur Vertiefung, Ergänzung und Übung inkl. gemeinsamer Theaterbesuchen.
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Comedy of Errors - Das Spiel mit der Identität in der Verwechslungskomödie
In den Mittelpunkt seiner programmatischen Komödie der Irrungen stellt Shakespeare gleich zwei in ihrer Kindheit getrennte Zwillingspaare, um ein irrwitziges, chaotisches Spiel mit deren Identitäten zu inszenieren. Das komödiantische Potential der Verkennung, dem die Dialektik von Ich und Nicht-Ich, äußerem Schein und innerer Abgründigkeit eingeschrieben ist, äußert sich seither in einem varianten- wie pointenreichen Komödientypus. Das Panorama reicht von der konfliktreichen Identitätskrise in Kleists Amphitryon über das ins Groteske verzerrte Täuschungsspiel in Nikolai Gogols Der Revisor und den augenzwinkernden Kommentar zum Wunsch nach einem Alter Ego in Oscar Wildes Bunbury bis hin zu George Feydeaus entlarvender Farce Floh im Ohr. Phantasmagorische Entwürfe eines anderen, ungelebten Lebens, Spaltungsphantasien, das Bedürfnis nach Verwandlung und die Suche nach dem Grund der Identität offenbaren dabei nicht selten die ernste Motivation des humoristischen Verwechslungssujets. Dem Kippen vom Komischen ins Tragische in einem Spiel von Maskierung und Entkleidung wollen wir uns im Rahmen des Seminars anhand unterschiedlicher Texten nähern.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Leistungsnachweis BA Theaterwissenschaft und BA Kunst, Musik, Theater:
• Referat (ca. 15 Minuten)
• Hausarbeit oder Übungsaufgaben (9000-12000 Zeichen)
6 ECTS
LMU München
SoSe 2016
Dr.
Zorn Johanna