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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Das Unpersönliche in der Literatur Mallarmé Flaubert Pessoa Valéry

Der Autor, so Flauberts berühmter und vielzitierter Ausspruch, möge in seinem Werk -comme Dieu dans l’univers- sein, -présent partout et visible nulle part-. Spätestens mit dieser Forderung Flauberts zeigt sich die Bedeutung der impersonnalité für die moderne Literatur und Literaturtheorie....

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Der Autor, so Flauberts berühmter und vielzitierter Ausspruch, möge in seinem Werk -comme Dieu dans l’univers- sein, -présent partout et visible nulle part-. Spätestens mit dieser Forderung Flauberts zeigt sich die Bedeutung der impersonnalité für die moderne Literatur und Literaturtheorie. Doch wenn hier unter diesem Schlagwort der impersonnalité das Ideal einer distanzierten Erzähltechnik entwickelt wird, so zeigt sich diese in anderen Texten der Moderne in gänzlich anderer Bedeutung. Sie meint hier nicht die Interesselosigkeit des Erzählers in Bezug auf das von ihm Erzählte, sondern bezieht sich auf eine spezifische ans Schreiben gebundene Aufgabe des Selbst. So wird sie einerseits als Voraussetzung, andererseits und damit verbunden als Erfahrung des Schreibens gefasst (Blanchot). Dabei ist die impersonnalité nicht nur ein in den literarischen Texten sich sprachlich manifestierender Zustand, sondern erscheint als Teil einer hier entworfenen Poetologie und literaturtheoretischen Diskussion, die in die postmoderne Theorie weist. Das Seminar will sich in der gemeinsamen Lektüre und Diskussion dieser Frage nach dem Unpersönlichen in der Literatur widmen. Für die Deutung der impersonnalité / despersonalidade und ihrer sprachlichen Form(losigkeit) werden wir uns vor allem mit Flaubert, Mallarmé, Valéry und Pessoa auseinandersetzen, in deren Schriften der Begriff der impersonnalité oder despersonalidade eine zentrale Rolle einnimmt. Daneben werden auch einzelne Passagen aus Texten von Blanchot und Eliot herangezogen. Die Kenntnis des Französischen oder Portugiesischen stellt keine Voraussetzung für die Teilnahme dar. Alle Texte werden mit Übersetzung angeboten. Allerdings sollte die Bereitschaft bestehen, sich mit den französischen Originaltexten auseinanderzusetzen. Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München WiSe 1617 Sohns Hanna