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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Die hermetische Lyrik Paul Celans

- ES SIND NOCH PLÄTZE FREI! - »Celans Gedichte wollen das äußerste Entsetzen durch Verschweigen sagen.« So beschreibt Theodor W. Adorno treffend in seiner Fragment geblieben Ästhetischen Theorie das Werk des bukowinischen Autors Paul Celan, welchen er an selber Stelle...

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- ES SIND NOCH PLÄTZE FREI! - »Celans Gedichte wollen das äußerste Entsetzen durch Verschweigen sagen.« So beschreibt Theodor W. Adorno treffend in seiner Fragment geblieben Ästhetischen Theorie das Werk des bukowinischen Autors Paul Celan, welchen er an selber Stelle als den »bedeutendsten Repräsentanten hermetischer Dichtung der zeitgenössischen deutschen Lyrik« bezeichnet. Das Zitat weist zunächst darauf hin, dass die Celansche Lyrik sich dem Unsagbaren der Shoah zuwendet, indem sie nicht vergeblich intendiert, dieses begrifflich in Worte zu fassen, sondern die Leerstelle als solche im unbegrifflichen Schweigen belässt um auf dieser im Negativen verbleibenden Basis eine neue Sprachrealität zu entwerfen. Adornos Wahl für die nähere Charakterisierung dieser sigetischen Poetik fällt auf das Adjektiv -hermetisch-, welches gemeinhin synonym mit -unverständlich- verwandt wird. In der Tat – und dies ist einer der wenigen Punkte, in dem sich sowohl die Kritiker als auch die Apologeten der Celanschen Dichtungskonzeption einig sind – zählt die Unverständlichkeit zu deren essentiellen und konstitutiven Qualitäten. Im Seminar werden wir den Versuch wagen, mittels detaillierter Lektüren den Spuren der Unverständlichkeit in das Werk Celans hinein zu folgen. Im Mittelpunkt werden dabei Gedichte verschiedener Schaffensperioden sowie poetologische Texte des Lyrikers stehen. Da sich bei einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Oeuvre beinahe zwangsläufig Grundsatzfragen in Bezug auf vielerlei fest gefügte -Axiome- literaturwissenschaftlicher Methodik ergeben, werden wir darüber hinaus auch geeignete Stellungnahmen aus Literaturtheorie und Philosophie beiziehen. Im Blick werden wir dabei stets behalten, wie sich die Hermetik zu der vom gleichen mythischen Namenspatron gestifteten (antipodischen?) Disziplin der Hermeneutik verhält und welche Konsequenzen sich aus diesem Spannungsverhältnis für die Untersuchung der verdeckten metaphysischen Fundamente unseres Denkens/Sprechens/Schreibens ergeben. Wird zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben. Eine kleine Auswahl an Gedichten wird vorab an die Teilnehmerinnen per Mail verschickt werden, um eine erste Berührung mit dem Werk zu sichern. Leistungsnachweis Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. Als Proseminar: B.A.-Hauptfach Germanistik, alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. Anmeldung Bitte per Mail an: christian.fruehm@hotmail.de Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis ABC Schibboleth I-III.pdf Derrida: Schibboleth I-III Schibboleth IV-VII.pdf Derrida: Schibboleth IV-VII Celan1.pdf Celan Gedichte I Engführung.pdf Celan: Engführung Celan_Bremen_Meridian.pdf Celan: Bremer Rede und Meridian Lyon_Language_of_Stone.pdf Lyon: Paul Celan's Language of Stone Bevilacqua_Zuversicht.pdf Bevilacqua: Kommentar zu ZUVERSICHT Szondi_Durch_die_Enge.pdf Szondi: Durch die Enge geführt Scholem.pdf G. Scholem: Zur Kabbala u. i. Symbolik Dan_Nothingness.pdf Joseph Dan: Paradox of Nothingness White_Letters_Idel.pdf Moshe Idel: White Letters * Saussure.pdf Handbuchtext zu Saussure * Goodman_WoW.pdf N. Goodman: Weisen d. Welterzeugung * Fuhrmann_obscuritas.pdf Fuhrmann: obscuritas Niemandsrose.pdf Celan: Niemandsrose Menninghaus.pdf Menninghaus: Zum Problem des Zitats... Bollack_Psalm.pdf Bollack: Interpretation zu -Psalm- Szondi-Eden.pdf Szondi: Eden Mallarmé_Un_Coup_De_Dés.pdf Würfelwurf Lehmann_Niemandsrose.pdf Stellenkommentare zur NR Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. Als Proseminar: B.A.-Hauptfach Germanistik, alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München WiSe 1415 Frühm Christian Simon