Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Helmuth Plessner 8211 Die Stufen des Organischen und der Mensch

Plessners Stufen des Organischen gehört gemeinsam mit den Schriften von Scheler, Gehlen und Cassirer zu den Klassikern der modernen Anthropologie. Diese Anthropologie bildet für Plessner die dritte Etappe eines umfassenden philosophischen Programms, das dem übergeordneten Ziel gewidmet ist, Wissenschaft und...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Plessners Stufen des Organischen gehört gemeinsam mit den Schriften von Scheler, Gehlen und Cassirer zu den Klassikern der modernen Anthropologie. Diese Anthropologie bildet für Plessner die dritte Etappe eines umfassenden philosophischen Programms, das dem übergeordneten Ziel gewidmet ist, Wissenschaft und Philosophie über die Phänomenologie zu verbinden. Bereits vorgelegt hat er (a) die Grundlegung der Geisteswissenschaften durch die Hermeneutik sowie (b) die Konstituierung der Hermeneutik als philosophische Anthropologie. Indem Plessner seine Anthropologie unter Berücksichtigung der Bedingungen belebten Daseins entwickelt, beinhaltet sein Ansatz eine Philosophie des Organischen. Der von Plessner verfolgte Zweck wird deutlich, wenn man das Ziel des Unterfangens, seinen methodischen Weg und den Aspekt, unter dem dieser Weg zu beschreiten ist, unterscheidet. Das Ziel ist dann die Konstituierung der Hermeneutik als philosophische Anthropologie. Der Weg ist bestimmt durch den Anspruch einer Fundierung der Anthropologie in einer Philosophie des lebendigen Daseins. Der Aspekt, unter dem der Weg beschritten wird, ist der Ausgang vom Menschen als personaler Lebenseinheit (-Subjekt-Objekt- des Lebens). Die Analyse der menschliche Existenz ist nach Plessner grundsätzlich auf zwei Weisen möglich: Entweder wird die Analyse in horizontaler Richtung vorangetrieben, womit der Mensch als -Subjekt-Objekt- der Kultur erkennbar wird, dessen Taten und Leiden auf die prinzipiellen Möglichkeiten einer Beziehung zur Welt verweisen. Oder aber die Analyse erfolgt in vertikaler Richtung, womit der Mensch als -Subjekt-Objekt- der Natur erscheint. Seine Lebenseinheit wird in diesem Fall durch Rückbeziehung auf die Welt der Organismen verständlich. Die horizontale Untersuchung führt zur -Aesthesiologie des Geistes- (Die Einheit der Sinne). Die vertikale Untersuchung führt zu einer -Philosophie des Lebens- (Stufen des Organischen). Die Wesensanalyse des Lebendigen ist ebenso wie die Kritik des inneren Konditionssystems zwischen Körper und Geist dem gemeinsamen Ziel einer -Philosophie des Menschen- verpflichtet. Plessners zentrale Thesen werden dabei in Auseinandersetzung mit Descartes entwickelt, dessem Dualismus Plessner sein Modell einer polaren Einheit oder -Doppelaspektivität- des Organischen entgegen stellt. Text: H. Plessner, Die Stufen des Organischen und der Mensch, Darmstadt 2003 (Gesammelte Schriften IV) Sekundär: K. Haucke, Plessner. Zur Einführung, Hamburg 2000 (Junius); R. Weiland, H. Plessner. Der Mensch als exzentrisches Wesen, in: ders. (Hg.), Philosophische Anthropologie der Moderne, Weinheim 1995, 110-120. H.U. Asemissen, Plessner, Die exzentrisache Position des Menschen, in: Grundprobleme der großen Philosophen. Philosophie der Gegenwart II, Göttingen,1991, 146-180; R. Rocek, O. Schatz, Philosophische Anthropologie heute, München 1972, G. Gebauer, Anthropologie, Leipzig 1998, C. Wulf, Anthropologie. Geschichte, Kultur, Philosophie, Reinbek bei Hamburg 2004, G. Hartung, Philosophische Anthropologie, Stuttgart 2008, FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2011 Philosophie HF Philosophie Prof. Dr. Dr. Köchy Kristian