Uni-Kassel
14. März 2017Proseminar Malerei der Gotik in Hessen
Das Niederwildunger Retabel des Konrad von Soest ist eines der bedeutendsten Kunstwerke aus der Zeit um 1400 in Deutschland. Doch steht das Altarwerk in der Region nicht isoliert da. Es ist allerdings relativ wenig bekannt, dass es einen großen Bestand...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDas Niederwildunger Retabel des Konrad von Soest ist eines der bedeutendsten Kunstwerke aus der Zeit um 1400 in Deutschland. Doch steht das Altarwerk in der Region nicht isoliert da. Es ist allerdings relativ wenig bekannt, dass es einen großen Bestand an hervorragender gotischer Malerei gibt, der aus hessischen Kirchen stammt – mit Schwerpunkten in den Gebieten um Fritzlar und Marburg. Die Bilder befinden sich z.T. noch vor Ort, z.T. in den Sammlungen von Kassel, Frankfurt und Darmstadt. Erst seit ein paar Jahren stehen sie zunehmend im Fokus der Forschung, nicht zuletzt ausgelöst durch Restaurierungen, die zu neuen Erkenntnissen führten. Es handelt sich vor allem um Altartafeln (Retabel), aber auch um Wandmalereien. Das Proseminar dient der Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Deshalb sollen grundlegende Techniken im Umgang mit mittelalterlichen Gemälden vermittelt werden. Mehr als in späteren Epochen ist der materielle Bestand und der räumliche Kontext entscheidend. Die Bilder waren keine Gemälde im neuzeitlichen Sinne, sondern dienten dem religiösen Gebrauch in der Liturgie. Sie waren eingebunden in die komplexe Bildwelt einer gotischen Kirche. Das bestimmte ihre Form und ihre Bildwelt ganz entscheidend mit. Wir werden uns – wo immer das möglich ist – vor den Originalen treffen. Das bedeutet, dass mehrere kleinere Tagesexkursionen geplant sind. Vor Ort werden wir kurze einführende Referate hören (nicht länger als 20 Minuten), dann in gemeinsamen Diskussionen das Thema vertiefen. Dabei stehen Fragen nach Bildkomposition und christlicher Ikonographie im Zentrum, aber auch die Malweise und der materielle Zustand der Bilder sowie die Einbindung in den Kontext der Kirchenausstattung.Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Die verbindliche Übernahme eines Referates wird erwartet
Einführende Literatur:Zur Methode: - Kunstgeschichte. Eine Einführung, hg. von Hans Belting, Berlin 1986 (neueste Auflage 2008).Zu den Bildern: - Religiöse Kunst aus Hessen und Nassau. Kritischer Gesamtkatalog der Ausstellung Marburg 1928, hg. v. Hermann Deckert u.a., Textbd. und 2 Tafelbde., Marburg 1932.- Erich Herzog, Gotische Altäre in Nordhessen, Kassel 1966.- Gottfried Kiesow, Gotik in Hessen, Stuttgart 1988.
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
WS 2008/2009
Kunstwissenschaft
Privatdozent Dr.
Weilandt Gerhard Privatdozent