Uni-Essen
14. März 2017Proseminar Proseminar Spanische Sprachwissenschaft Spanische Lexikographie
Jeder Text, dem man sich als Fremdsprachenlerner nähert, steuert bereits durch seine Schlüsselwörter die primäre Textrezeption, so dass die nicht selten der Auseinandersetzung mit den –zumeist bekannten – morphosyntaktischen Strukturen vorausgehende Füllung der lexikalischen Lücken einen wichtigen Bestandteil der kognitiven...
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Jetzt Lernplan erstellenJeder Text, dem man sich als Fremdsprachenlerner nähert, steuert bereits durch seine Schlüsselwörter die primäre Textrezeption, so dass die nicht selten der Auseinandersetzung mit den –zumeist bekannten – morphosyntaktischen Strukturen vorausgehende Füllung der lexikalischen Lücken einen wichtigen Bestandteil der kognitiven Vorentlastung einer fremdsprachlichen Äußerung darstellt. Da hierbei jedoch neben den einzellexematischen Einheiten auch Mehrwortlexeme, Kollokationspräferenzen sowie eine gerade für das Spanische charakteristische Fülle an phraseologischen Fügungen und refranes für eine erfolgreiche Dekodierung zu berücksichtigen sein werden, ist die Wahl des geeigneten lexikographischen Werkes in der Regel bereits entscheidend für den Entschlüsselungserfolg.
Um angesichts der jährlich wachsenden Anzahl an Druckerzeugnissen auf diesem Gebiet speziell den künftigen Lehrern eine sichere Orientierung auf diesem Markt zu bieten, soll dieses Seminar zunächst einen Überblick über die verschiedenen Wörterbuchtypen und ihre speziellen Einsatzgebiete liefern, um im Anschluss daran zu untersuchen, auf welche Weise an welchen Orten vermittels welcher Strukturen die gesuchten Sprachverwendungsinformationen von den Wörterbüchern vermittelt werden, um somit auch die Nutzung dieses Lernmittels zu verbessern. Hierbei werden neben den Kernfragen nach dem Umgang mit e.g. Polysemie oder Homonymie auch die Zugänglichmachung grammatischer und syntaktischer Informationen, die Notwendigkeit und Möglichkeiten pragmatischer Hinweise sowie der Idiomatizität zu thematisieren sein, um schließlich vor dem Hintergrund der panhispanischen Realität einer plurizentrischen Weltsprache dem Verhältnis von sprachlicher Vielfalt und (zwangsläufiger) lexikographischer Reduktion und der daraus entstehenden normativen Lenkung nachzugehen. Ziel dieses Streifzuges durch die zeitgenössische spanische und spanisch-deutsche Lexikographie ist vor allem die Kenntnis der spanischen Wörterbuchlandschaft, der Erwerb methodischer Sicherheit in Umgang und Auswertung der gewählten Wörterbücher sowie eine Erweiterung des Bewusstseins für das Spannungsverhältnis zwischen sprachlicher diversidad und sprachdidaktisch bedingter unidad.
Vorbereitende Pflichtlektüre:
Abad Nebot, Francisco (2001): Cuestiones de lexicología y lexicografía , Madrid.
Alvar Ezquerra, Manuel (1992): -Spanisch: Lexikographie / Lexicografía-, in: Holtus, Günter/Metzeltin, Michael/Schmitt, Christian (edd.): Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL), T. VI,1: Aragonesisch/Navarresisch, Spanisch, Asturianisch/Leonesisch. Aragonés/Navarro, Español, Asturiano/Leonés, Tübingen, 636-651.
Haensch, Günther (1990): -Spanische Lexikographie-, in: Hausmann, Franz Josef et al. (edd.): Wörterbücher, Dictionaries, Dictionnaires, Ein internationales Handbuch zur Lexikographie, An international encyclopedia of lexicography, Encyclopédie internationale de lexicographie, 3 Vols., (1989/1990/1991), Vol. 2, Berlin/New York, 1739-1767.
Romanistik
Universität Duisburg-Essen
SS 2010
Bachelor, Bachelor
Romanistik