Uni-Kassel
14. März 2017Ringvorlesung Gender und Essentialismus im Film Vortragsreihe Studienprogramm IAG FG
In den letzten Jahren hat sich in Deutschland und in vielen anderen westlichen Staaten ein Diskurs entfaltet, in dessen Mittelpunkt Angriffe auf die mittlerweile etablierten Gender bzw. Queer Studies stehen. Den akademischen Feldern, in denen diese Ansätze verortet sind (Soziologie,...
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Jetzt Lernplan erstellenIn den letzten Jahren hat sich in Deutschland und in vielen anderen westlichen Staaten ein Diskurs entfaltet, in dessen Mittelpunkt Angriffe auf die mittlerweile etablierten Gender bzw. Queer Studies stehen. Den akademischen Feldern, in denen diese Ansätze verortet sind (Soziologie, Literatur- und Kulturwissenschaft, Pädagogik) wird dabei häufig unterstellt, sie würden unwissenschaftliche Standpunkte vertreten und die falsche Behauptung aufstellen, Frauen und Männer seien von Natur aus gleich. Umgekehrt wird damit die Überzeugung vertreten, dass es natürliche Geschlechterunterschiede gibt, die dazu führen, dass Frauen und Männer unterschiedlich handeln, fühlen, etc.
Die Genese dieses Diskurses ist nicht leicht nachzuzeichnen, es finden sich aber Kerne unter anderem bei so diversen Forschern und Fachgebieten wie dem amerikanischen Kognitionswissenschaftler und Linguisten Stephen Pinker, dem britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins, Thilo Sarrazin und in politischen Bewegungen und Parteien wie Pegida und der AFD. Diese Strömungen verlaufen nur auf den ersten Blick getrennt, und haben Gender mitunter gar nicht zum (Haupt-) Anliegen eines ist ihnen jedoch gemein: Der Bezug auf Ideen des Essentialismus.
Das Ziel dieser Filmreihe ist es, durch die Diskussion verschiedener Filme dazu beizutragen, das wissenschaftliche Potential geschlechtertheoretischer Perspektiven zu vermitteln und sich dabei auch kritisch mit essentialistischen Vorstellungen auseinanderzusetzen.
Das Format gestaltet sich wie folgt: Nach einer kurzen Rahmung durch die verantwortlichen Dozent_innen (Prof. Dr. Mechthild Bereswill/Soziologie und Murat Sezi/Anglistische Literaturwissenschaft) werden an den unten aufgeführten Terminen die drei Filme Ex Machina (Alex Garland/2015), Auf der anderen Seite (Fathi Akin/2007) und Gran Torino (Clint Eastwood/2008)) zunächst mit dem Publikum gemeinsam geschaut. Im Anschluss gibt es eine interdisziplinäre Diskussionsrunde mit weiteren Lehrenden der Universität Kassel, beispielsweise aus der Philosophie und der Germanistik, sowie für das Publikum die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen und Fragen zu stellen.
Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich.
Uni Kassel
SoSe 2016
Sezi Murat