Uni-Kassel
14. März 2017Ringvorlesung Ringvorlesung Diversität und soziale Teilhabe Probleme Anforderungen und Ansätze des Umgangs in der Sozialen Arbeit
Diversität (Diversity) oder Vielfalt bzw. Verschiedenheit als gesellschaftliche Dimension und normative Orientierung ist unmittelbar mit der Bürgerrechtsbewegung in den USA und ihrem Kampf um Gleichstellungsrechte sozialer Minderheiten verbunden. Hiermit gehen international Forderungen und Ziele der Antidiskriminierung, Chancengleichheit und Inklusion (umfassende...
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Jetzt Lernplan erstellenDiversität (Diversity) oder Vielfalt bzw. Verschiedenheit als gesellschaftliche Dimension und normative Orientierung ist unmittelbar mit der Bürgerrechtsbewegung in den USA und ihrem Kampf um Gleichstellungsrechte sozialer Minderheiten verbunden. Hiermit gehen international Forderungen und Ziele der Antidiskriminierung, Chancengleichheit und Inklusion (umfassende Teilhabe) im Kontext von zunehmend differenzierten und pluralisierten Gesellschaften einher, die durch erhebliche soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten gekennzeichnet sind. Der Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit (Geschlecht, Migranten, Menschen mit und ohne Behinderung, Religion, sexuelle Orientierungen usw.) ist auch in der bestehenden bundesrepublikanischen Gesellschaft eine große Herausforderung, mit der die Soziale Arbeit als Profession und Disziplin stets konfrontiert ist. Der Umgang mit Verschiedenheit ist als eine berufliche Kernkompetenz ansehen, um einen notwendigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und sozialer Teilhabe leisten zu können. Damit sind Anforderungen, Strategien und Ansätze zur Bewältigung und Überwindung von diskriminierenden Strukturen und Prozessen in der Gesellschaft und ihren sozialen Teilsystemen verknüpft. Die Vorlesung vermittelt aus der Sicht verschiedener Fachgebiete mit unterschiedlichen Akzentsetzungen Kenntnisse, Problemkonstellationen, Vorstellungen und innovative Orientierungen zu einem aktuellen Themenkomplex.
Termine/Themen
19.04.2011 Mark Schrödter
-Wer macht bessere Diagnosen: der Mensch oder die Maschine? Möglichkeiten und Grenzen standardisierter Risikoeinschätzung in pädagogischen Professionen-
Von Pädagogen wird zunehmend verlangt, verantwortbare Aussagen über zukünftige Ereignisse zu treffen. So müssen etwa Lehrer Schuleignungs- und übergangsempfehlungen aussprechen und Sozialpädagogen die -Arbeitsfähigkeit-, -Sozialfähigkeit- oder Kindeswohlgefährdung einschätzen. Weil diese Aufgaben als Frage nach der Wahrscheinlichkeit des Eintreffens bestimmter Ereignisse reformuliert werden, werden standardisierte Assessmentverfahren zunehmend relevant. In zahlreichen Studien haben diese sich gegenüber professioneller Urteilsbildung als überlegen erwiesen, so dass sich die Frage stellt, inwiefern wir menschliche Fachkräfte für Diagnosezwecke überhaupt noch brauchen.
03.05.2011 Felix Welti
-Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Praxisfeldern der Sozialen Arbeit-
Die Behindertenrechtskonvention soll als normative Konzeption des gesellschaftlichen Umgangs mit Diversität vorgestellt werden. Dabei werden Herausforderungen z.B. für Wohneinrichtungen, Werkstätten, Kinder- und Jugendarbeit, Krankenhäuser und kommunale Planung angesprochen.
24.05.2011 Gudrun Wansing
-Vom Idioten zum Bürger - Zum Umgang mit Behinderung im gesellschaftlichen Wandel-
Ziele und Aufgaben sozialer Arbeit bei Behinderung verändern sich mit dem zugrunde liegenden Bild von Behinderung und diesbezüglichen soziale Reaktionen. Der Wandel im gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung wird dargestellt als eine Geschichte von der Aussonderung (Segregation) zur sozialen Teilhabe (Inklusion) und vor diesem Hintergrund grundlegend veränderte Anforderungen an die soziale Arbeit bei Behinderung skizziert.
31.05.2011 Manuela Westphal
-Migration in der Diversity-Diskussion-
14.06.2011 Cord Benecke
-Emotionsdynamiken in der Betreuungssituation-
21.06.2011 Anke Neuber
-Diversity als neues interdisziplinäres Paradigma? Kritische Reflexionen aus soziologischer Perspektive-
In Diversity Konzepten wird für die Thematisierung von Vielfalt und die Anerkennung von Verschiedenheit plädiert. Mit Bezug zur Kategorie Geschlecht soll aus soziologischer Perspektive nach Beziehungen zwischen Diversität und sozialer Ungleichheit, zwischen Differenz und Hierarchie gefragt werden.
12.07.2011 Theresia Höynck
-Jugendstrafrecht - organisierte Ausgrenzung? Von der Notwendigkeit, das schlechte Gewissen immer wieder zu aktivieren.-
Im System Jugendstrafecht landen vor allem junge Menschen, die in vielerlei Hinsicht benachteiligt sind. Je härter die Sanktion, umso mehr trifft dies zu. Die soziale Arbeit beteiligt sich in mehrfacher Weise am Jugendstrafverfahren, Forderungen nach Strafschärfungen kommen durchaus nicht nur von Justiz und Polizei. Der Vortrag soll dazu ermuntern, bei jeder Mitwirkung am Strafrechtssystem ein schlechtes Gewissen zu haben und dies produktiv zu nutzen.
FB 01 Institut für Sozialwesen
Uni Kassel
SoSe 2011
Sozialwesen
Wansing, Gudrun, Prof. Dr.
Prof. Dr.
Benecke Cord