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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar BBM 3d BM III 4 B2-3-2 3 Farbsemantik in mittelalterlichen Texten

-Auf die Frage ‚Was bedeutet ‚rot, ‚blau, ‚schwarz, ‚weiß?’ können wir freilich gleich auf Dinge, die so gefärbt sind, zeigen, - aber das ist auch alles: weiter geht unsre Fähigkeit die Bedeutungen zu erklären nicht.- Wittgenstein impliziert hier die Dingzugehörigkeit...

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-Auf die Frage ‚Was bedeutet ‚rot, ‚blau, ‚schwarz, ‚weiß?’ können wir freilich gleich auf Dinge, die so gefärbt sind, zeigen, - aber das ist auch alles: weiter geht unsre Fähigkeit die Bedeutungen zu erklären nicht.- Wittgenstein impliziert hier die Dingzugehörigkeit der Farben. Da der Begriff Farbe in den meisten Sprachen etymologisch als Hülle oder Haut aufgefasst wird, liegt dieser Bezug nahe. Doch was, wenn Rot, Blau, Schwarz und Weiß nicht nur Dinge beschreiben? Der Philosoph vergisst, dass Farben seit jeher eine kulturell konnotierte Semantik besitzen. Die menschliche Fähigkeit, diese Bedeutungen zu erklären geht viel weiter, als auf die bloßen Dinge zu zeigen. Denn wie zeigt man auf Hoffnung, die seit Menschengedenken durch die Farbe Grün ausgedrückt wird? Oder wie stellt sich Treue, mit Blau beschrieben, materiell dar? Ganz zu schweigen von der Liebe, für die die Lebensfarbe Rot steht. Die Semantisierung der Farben hat eine lange Geschichte. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Farbe zu einem kulturellen Wert, der ein -physikalischer, chemischer, physiologischer, medizinischer, ein linguistischer, philologischer, historischer, volkskundlicher, religionsgeschichtlicher, liturgiewissenschaftlicher, psychologischer Forschungsgegenstand- (Meier/Suntrup 1987) geworden ist. Über die physische Wahrnehmung hinaus werden die Farben von Dingen getrennt und mit Werten besetzt, die sich teilweise aus den gefärbten Dingen ableiten lassen. Im Mittelalter ist die Farbenbedeutung am ehesten mit dem Begriff der repraesentatio zu charakterisieren. Einerseits als Teufelswerk verhasst, andererseits als Schmuck Gottes gelobt, war das Mittelalter die Epoche, die von einem geradezu obsessiven Farbinteresse geprägt war. So kann davon ausgegangen werden, dass Farbbeschreibungen in der Literatur des Mittelalters kulturell und ideologisch wohl bedacht waren. Die Forschung steht hier noch ganz am Anfang. Ziel unseres Seminars wird es sein, sich mittels der zeithistorischen Farbdiskurse und den bis dahin kulturell entwickelten Farbbedeutungen einen neuen Zugang zu unterschiedlichen Werken des Mittelalters zu ermöglichen. Die Literatur wird zur Verfügung gestellt. Bemerkung Zum Erhalt eines BNs ist es verpflichtend, einen einführenden Text für den ersten Seminartag vorzubereiten. Dieser wird Ihnen nach Ende der Anmeldefrist per Mail zugeschickt. Weiterhin sind an den 4 Seminartagen spezifische thematische Aufgaben (z.B. Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Farbtheorien, Erarbeitung div. Farbsemantiken, Beschäftigung mit mittelalterlichen Primärtexten und dazugehörigen Sekundärtexten) zu erfüllen. Am Montag, den 26.10. findet von 10:30 bis 12:00 in Raum 23.21.01.41 eine Vorbesprechung statt. Dort werden wir die diversen Themen zur Vorbereitung aufteilen. Germanistik (BA, PO 2013) Kernfach Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Höpfner Poleski Elisabeth Susanne Katharina