Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Cats and dogs have all the luck Haustiere in der europäischen Geschichte
In deutschen Haushalten leben schätzungsweise 31 Millionen sogenannte Haustiere, davon ca. 12 Mio. Katzen und 7,5 Mio. Hunde, Tieren also, denen Familienstatus zugesprochen wird oder die zumindest mit einem Namen individualisiert werden. Eines ist all diesen Tieren gemeinsam: Sie werden...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenIn deutschen Haushalten leben schätzungsweise 31 Millionen sogenannte Haustiere, davon ca. 12 Mio. Katzen und 7,5 Mio. Hunde, Tieren also, denen Familienstatus zugesprochen wird oder die zumindest mit einem Namen individualisiert werden. Eines ist all diesen Tieren gemeinsam: Sie werden (und wurden) nicht gegessen. Die Haustierhaltung ist kein Phänomen der Postmoderne auch wenn sie in dieser Zeit eine ganz neue Dimension angenommen hat, Haustiere beispielsweise als Konsumenten wahrgenommen werden, um die auch ein aktiver Wettbewerb besteht. Haustierhaltung kann aber insgesamt als eine Erscheinung der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft gewertet werden und es ist diese Epoche, die wir uns in einem ersten Schritt insbesondere anschauen wollen. Dabei werden wir uns insbesondere mit dem Quellenmaterial beschäftigen, welches Auskunft über diese Beziehung und über einzelne Tiere gibt. Dies sind sowohl Tagebücher, Zeitschriften für Haustierhaltung, wie auch andere ephemere Quellentypen.
Haustiere sind jene Tiere mit denen die Menschen das wohl innigste Verhältnis pflegen, sieht man einmal von den Mikroben und Bakterien ab, die unsere Körper bevölkern. Dies ist ein Grund weswegen mir meinen, die Charakteristika unserer animalischen Partner zu kennen. Diese Quellen bedürfen deshalb unsere aller größten Aufmerksamkeit und einer sorgfältigen Quellenkritik. Dies gilt auch für eine historiographische Methode, die in diesem Seminar insbesondere vorgestellt und von den Studierenden erprobt werden soll, dem der Zeitzeugeninterviews. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Tierheim -Wau-Mau-Insel- werden die Studierenden Zeitzeugeninterviews mit den Mitarbeiter_innen des Tierheims durchführen, um auf diesem Weg Informationen über Tiere zu sammeln, die als historische Quellen nutzbar gemacht werden können. Diese Interviews sollen transkribiert und ausgewertet und im Rahmen eines E-Learning Projektes veröffentlicht werden.
Ziel des Seminares ist es, dass sich die Studierenden mit historiographischen Annäherungen der Tiergeschichte in der Form von -Animal Biography- auseinandersetzen und verschiedene methodische Zugriffe kennen lernen. Gleichsam sollen sie sich mit der Geschichte der Haustierhaltung von ihrem Beginn bis zur heutigen Zeit in groben Zügen vertraut machen, wobei der Hauptfokus auf dem 19. Jahrhundert liegen wird.
Literatur zur Vorbereitung:
Erika Fudge, 2004, »Animal Lives«, in: History Today, Vol. 54, Nr. 10, 2004, S. 21-26.
Harriet Ritvo. The animal estate: The english and other creatures in the victorian age. Cambridge: Harvard University Press, 1987.
Kathleen Kete, The Beast in the Boudoir: Petkeeping in Nineteenth-Century Paris (Berkeley: University of California Press, 1994).
Zeitzeugeninterviews
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2015
Geschichte
Geschichte
Prof. Dr.
Roscher Mieke