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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Das Wie des Teilens Praxis und Potentiale des kollaborativen Konsums

Dass das Teilen von Gegenständen und Dienstleistungen das Thema des diesjährigen Deutschen Verbraucherschutztages war, kann zum einen als Lobgesang auf die Idee der gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen verstanden werden. Das ist zunächst auch plausibel, verbergen sich hinter der Idee des...

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Dass das Teilen von Gegenständen und Dienstleistungen das Thema des diesjährigen Deutschen Verbraucherschutztages war, kann zum einen als Lobgesang auf die Idee der gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen verstanden werden. Das ist zunächst auch plausibel, verbergen sich hinter der Idee des Teilens, flankiert von den neuen Möglichkeiten der Koordination durch das Internet, doch Hoffnungen auf einen verstärkten menschlichen Austausch, auf einen effizienteren Umgang mit Ressourcen und auf individuelle finanzielle Einsparungen. Zum anderen ertönen jedoch nicht nur hier auch kritische Stimmen, die hinter den neuen Spielarten der Idee des Teilens lediglich eine Merkantilisierung jahrtausendealter sozialer Praktiken sehen, die mittels Smartphone-Apps und hip gestalteter Internet-Portale alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Ein soziologischer und empirischer Blick auf die aktuellen Formen des Teilens ist in der Lage, zwischen diesen beiden Extrempunkten zu vermitteln: Was geschieht tatsächlich in den einzelnen Projekten, in denen Menschen zueinander finden, um Ressourcen gemeinsam zu nutzen? Welche Abstimmungsleistungen müssen erbracht werden, um den kollaborativen Konsum vollziehen zu lassen? Welche Formen von Solidarität, Gewinnstreben, Eigennutz, Gemeinnutz etc. lassen sich hier finden? Welchen Anteil hieran haben die Vorteile für die Geldbeutel der Einzelnen und wie wichtig ist das Ausprobieren neuer Formen des Umgangs mit Mitmenschen und Ressourcen? Um diese Fragen zu beantworten, soll im ersten Teil des Seminars zunächst mittels Grundlagenliteratur ein Überblick über das Feld der Sharing Economy erarbeitet werden. Nach einigen im Folgenden zu behandelnden methodischen Texten sollen die Studierenden schließlich selbst ethnographische Erkundungen in Projekten des kollaborativen Konsums unternehmen, um die sich dort ereignenden Vorgänge soziologisch analysieren und im Seminar diskutieren zu können. Für einen ersten Einblick in das Thema eignen sich: Botsman, R. & R. Rogers, 2010: What's mine is yours - The rise of collaboration consumption. New York: HarperCollins: https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB348783825 Rachel Botsman's TED talks: https://www.ted.com/speakers/rachel_botsman Vorträge des Deutschen Verbraucherschutztages 2015: https://www.youtube.com/playlist?list=PL_gJNJO0fBvQ-cH4U55tPA40xk2t20kkF FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Soziologie HF Retterath Gerrit