Uni-Hannover
14. März 2017Ungleich in Gleichheit 8211 Gleich in Ungleichheit Informierte Reflexionen über die Debatten um Diversität und die Wirklichkeit heterogener Lebenswelten und entwürfe junger Erwachsener
Dass das Leben in Alltag und Beruf -vielfältig- sei, ist eine Binsenweisheit. Dennoch ist allerorts diese Erkenntnis als Novum in der Diskussion. Das Credo über die -Diversität- oder -Diversity- der Zivilgesellschaft ist in Programmen, Konferenzsälen und wirksamen Medienformaten omnipräsent. Entworfen...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDass das Leben in Alltag und Beruf -vielfältig- sei, ist eine Binsenweisheit. Dennoch ist allerorts diese Erkenntnis als Novum in der Diskussion. Das Credo über die -Diversität- oder -Diversity- der Zivilgesellschaft ist in Programmen, Konferenzsälen und wirksamen Medienformaten omnipräsent. Entworfen und formuliert werden Leitbilder sowie Zielsetzungen, die von diversen Akteuren erreicht werden wollen und sollen. Gegenwärtig versuchen Vereine, Verbände, Kammern, Betriebe, Schulen, Kommunen und andere Institutionen der Bildung, der Politik und des gesellschaftlichen Zusammenlebens sich auf die Tatsache sozial, kulturell, wirtschaftlich und politisch einzustellen, dass die BR Deutschland nicht nur ein Einwanderungsland ist, sondern der Großteil der Bevölkerung sich zudem nicht als -Mann- versteht -- kurz, ein anderes Geschlecht repräsentiert. Und, weiter -- nicht alle sind nach medizinisch und ökonomisch gesetzten Maßstäben -voll leistungsfähig fit-. Dennoch wollen und sollen sie am gesellschaftlichen Leben partizipieren. Die Erkenntnis darüber, dass die deutsche Gesellschaft von Menschen mit -Migrationshintergrund- und -biografien geprägt ist, dass Personen jenseits des -Mannseins- selbstverständlich den gesellschaftlichen Reichtum gleichwertig mitproduzieren, dass -Gesundheit- und -Fitness- wirtschaftlich orientierte, formbare Konstrukte sind -- diese Erkenntnis setzt erstaunlich spät ein. Denn, nichts davon ist neu. Warum dann also dieser -Hype-? Viele der -toleranten- Einforderungen der Gleichwertigkeit heterogener Lebens- und Persönlichkeitsentwürfe werden in der Öffentlichkeit als selbstverständlich erachtet. Aber die sozialen und politischen Verhältnisse weisen bei genauerer Betrachtung dennoch auf die Realität machtvoller sozialer Ungleichheiten. Kommen diese nachholenden Einsichten und Entwicklungen zufällig jetzt? Was wird überhaupt tatsächlich eingesehen und nachgeholt? Was wird dafür diskutiert, bzw. wie verlaufen dazu die Diskurse, wie Prozesse politischer Entscheidung? Das Seminar wird sich bemühen diesen Fragen kritisch nachzugehen.
Bitte melden Sie sich bei Interesse zu Semesterbeginn über Stud.IP für die Veranstaltung an. Die Anmeldung sollte in der ersten Veranstaltung durch persönliche Anwesenheit bestätigt werden oder ein Fehlen zumindest entschuldigt sein.
Die Literatur wird zu Beginn des Seminars (und über Stud.IP) bekannt gegeben.
Sozial-/Sonderpädagogik, Bachelor Tech. Edu.
Im Seminar ist eine aktive Mitarbeit und Diskussion aller zum Gelingen erwünscht.
Universität Hannover
WiSe 2015/16
Dipl. Sozialwiss.
Steckert Ralf Dipl Sozialwiss