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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die Postmoderne in der amerikanischen Kunst der 60er Jahre

In den 60er Jahren stellte Andy Warhol Images von alltäglichen Produkten des modernen Lebens her. Seine Darstellungen von Campells Tomatensuppendosen hatten herzlich wenig mit den Absichten der Abstrakten Expressionisten zu tun, die Kunst von äußeren Einflüssen, etwa dem Sujet, zu...

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In den 60er Jahren stellte Andy Warhol Images von alltäglichen Produkten des modernen Lebens her. Seine Darstellungen von Campells Tomatensuppendosen hatten herzlich wenig mit den Absichten der Abstrakten Expressionisten zu tun, die Kunst von äußeren Einflüssen, etwa dem Sujet, zu befreien. Vorläufer von Warhols Pop-Art können in Jasper Johns und Robert Rauschenberg gesehen werden. Johns malte eine amerikanische Flagge und Robert Rauschenberg fügte banale Gegenstände in seine »Combine Paintings« ein. Clement Greenberg kuratierte im Gegenzug zu diesen die Kunst banalisierenden Tendenzen 1964 in Los Angeles eine Ausstellung mit dem Titel Post-Painterly Abstraction. Die dort präsentierten Abstraktionen sah er als Fortsetzung der Malerei der New York School, deren Popularität, auch seiner Meinung nach, ihren Höhepunkt überschritten hatte. Neben der Pop-Art traten in den USA der 60er Jahre in fast inflationärer Weise neue Kunstbewegungen auf und der Eindruck entstand als würde jede Ausstellungssaison seine eigene Kunstrichtung hervorbringen. Im Jewish Museum of Modern Art wurden 1966 in der Ausstellung Primary Structures eine Gruppe von Künstlern gezeigt, die später als Minimalisten bezeichnet wurden. Im Guggenheim wurde Ende desselben Jahres die Ausstellung Systemic Painting präsentiert, in der neben Arbeiten von Frank Stella auch Bilder des Malers Ad Reinhardt ausgestellt wurden, der die Abstrakt Expressionistische Malerei schon in den 30er Jahren befürwortet hatte. Beide Ausstellungen wurden von der Presse verrissen. Die Kritikerin Barbara Rose sprach von »ABC-Art«, der Artforum-Autor Michael Fried kritisierte die »theatricality« von Robert Morris Arbeiten und dem Kunsthistoriker Irving Sandler war diese Kunstrichtung insgesamt zu konkret. Im Seminar soll besprochen werden wie amerikanische Künstler in den 60er Jahren mit der Kunst ihrer kunsthistorisch schwergewichtigen Vorgänger umgegangen sind. Ob und wie sie an diese anknüpften wird zur Debatte stehen. Des Weiteren soll geklärt werden, welche Impulse von der Kunst der 60er Jahre ausgingen. Hierbei wird über Performance-, Filmkunst und Land Art zu diskutieren sein. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SS2006 Kunstwissenschaft Dr. Geilert Gerald