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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die Rolle der Kunst im Prozess der Nationenbildung Der Fall Israel The Role of Art in NationBuilding Processes The Case of Israel

Die Bildung einer Nation ist ein Prozess, der durch die Bildung einer nationalen Identität vorangetrieben wird. Um die jeweilige Eigentümlichkeit einer Nation herauszustellen, nutzt man die Mittel der visuellen Kunst, man instrumentalisiert sie geradezu. Das Seminar wird Israel als das...

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Die Bildung einer Nation ist ein Prozess, der durch die Bildung einer nationalen Identität vorangetrieben wird. Um die jeweilige Eigentümlichkeit einer Nation herauszustellen, nutzt man die Mittel der visuellen Kunst, man instrumentalisiert sie geradezu. Das Seminar wird Israel als das Hauptbeispiel verwenden, um die Beziehung zwischen der Kunst und dem Prozess der Nationenbildung zu illustrieren. Dabei wird man sich auf die Rolle konzentrieren, welche Kunst gerade dort bei der Gründung einer nationalen Identität spielte. Kunst war nicht nur erforderlich, um den Aspekten und Merkmalen der Nation eine Form zu geben, welche sie kennzeichneten, sondern auch um die Personen visuell zu charakterisieren: den neuen Typus eines nicht religiösen Juden, den neuen Hebräer. Hierfür wurden jüdische Themen als Metaphern für das Nationale reaktiviert. So wurde die biblische Geschichte der Opferung des Isaak, ein Beispiel eines wiederkehrenden Themas in der Israelischen Kunst, benutzt, um den Tod vieler junger Menschen in den zahlreichen Kriegen seit 1948 zu umschreiben. Auch das Thema des Heiligen Landes wurde eingesetzt, um den vorherrschenden Ethos des Pioniergeistes vor Augen zustellen; die Darstellung religiöser Zeremonien wurden hingegen als Rituale einer säkulären Gesellschaft rekonstruiert. Die scopophobischen Tendenzen gegenüber Bildern, die tief in der jüdischen Kultur verankert sind, wurden somit in einen neuen Stil transformiert, den man als -Want of Matter- bezeichnen könnte. Dieser wird zu einem Sinnbild emblematischer Israelischer Kunst, ein Kennzeichen authentischer israelischer Ästhetik. Die Strategie der Substitution, in der das Religiöse säkular wird, um eine neue Identität zu begründen, war nicht immer ein bewusster Prozess, wurde aber Teil eines unbezweifelten Ethos‘ israelischer Künstler, der während Generationen befolgt wurde. Im Seminar wird auch mittels anderer Beispiele eine vergleichende Studie zu der Thematik erstellt werden. Dalia Manor: Art in Zion: the genesis of modern national art in Jewish Palestine, Routledge, London, 2005. Yigal Zalmona : A Century of Israeli Art, Lund Humphries Publishers Ltd; Auflage: Reprint, 2013. James Elkins, On the Strange Place of Religion in Contemporary Art, Routledge, 2004. Doreet LeVitte Harten, Die Neuen Hebräer, Exhibition Catalogue, Martin-Gropius Bau, Berlin 2005. Bemerkung Von den Studierenden werden Referate erwartet, das Verfassen eines kurzen Beitrags für die Präsentation und dessen Vorstellung sowie kontinuierliche Beteiligung. Das Seminar wird in deutscher Sprache gehalten aber eine Lesekompetenz der englischen Sprache ist ebenso erforderlich. Module: BA 1.0: I b1, I b2, IV c, V c BA 2.0: I b, IV b MA: L1: Modul 2, 6, 7 L2: Module 3, 12, 13, 14 L3: Module 4, 13, 14, 15, 16, 24 Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SoSe 2015 Kunstwissenschaft G.-Prof. LeVitte Harten Doreet G