Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Formen antiautoritärer Erziehung Theorie und Praxis in der Geschichte der Pädagogik Teil I

Im Kontext zahlreicher Reformvorhaben im Bildungsbereich, die unsere Diskussion um Inhalt und Form von Schule und Unterricht und die daraus resultierenden Vorgänge der Schul- und Unterrichtsentwicklung bis heute prägen, entsteht 1922 die Schule Summerhill. Diese von dem schottischen Reformpädagogen Alexander...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Im Kontext zahlreicher Reformvorhaben im Bildungsbereich, die unsere Diskussion um Inhalt und Form von Schule und Unterricht und die daraus resultierenden Vorgänge der Schul- und Unterrichtsentwicklung bis heute prägen, entsteht 1922 die Schule Summerhill. Diese von dem schottischen Reformpädagogen Alexander Neill (1883-1973) in Hellerau bei Dresden gegründete -selbstregierte Schule-, die erst nach einigen Umwegen an ihrem eigentlichen Standort an der Ostküste Englands ankommt, gilt in Deutschland spätestens seit den 1970er Jahren als Vorzeigeeinrichtung einer antiautoritären Erziehung. Doch was verbirgt sich hinter diesem Schlagwort, das sich durchaus zum Kampfbegriff eignet? In welchem Kontext entwickelt sich diese Form der Erziehung und Menschenbildung? Welche Vorbilder und historischen Vorläufer hatte die Schule Summerhill? Welche Schul- und pädagogischen Konzepte lassen sich als verwandt und benachbart bezeichnen? Warum überhaupt wurde in den Augen einiger Pädagoginnen und Pädagogen eine andere (schulische) Erziehung notwendig? Im Wintersemester 2013/14 wollen wir zum einen Konzepte der Theorie und Praxis antiautoritärer Erziehung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ihren Kontext kennen lernen. Zugleich sollen diese Konzepte kritisch befragt und geprüft, sowie mit dem jeweils eigenen Selbstverständnis als (zukunftige/r) Pädagogin oder Pädagoge konfrontiert werden. Chancen und Risiken der Formen autoritärer Erziehung werden dabei gleichermaßen zur Sprache kommen. Die Bereitschaft, Texte zu lesen und aus historischer Perspektive textbezogen zu diskutieren, sind notwendige Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Seminar. Im zweiten Teil im Sommersemester 2014 widmen wir uns Konzepten der autoritären, selbstregulierten und demokratischen Pädagogik, die nach 1945 entstanden sind und fragen zugleich nach den Bedingungen, Theorien und Gestaltungsideen, die dem Vorhaben, Schule und Erziehung auch antiautoritär praktizieren zu wollen, vorweggehen. Dabei geraten einzelne Akteure ebenso in den Blick wie allgemein Bildungsprozesse und Bildungsreformen. Literatur wird in der ersten Sitzung und auf der zum Kurs gehörenden Moodle-Seite bekannt gegeben. Bemerkung Die maximale Teilnahmezahl bezieht sich auf die Platzvergabe durch das Prios-Verfahren im Rahmen des Kernstudiums. Es stehen darüber hinaus noch drei Plätze für Studierende des Studiengangs MA Empirische Bildungsforschung zur Verfügung. Die Anmeldung für diese Veranstaltung richten Studierende des Masterstudiengangs Empirische Bildungsforschung bitte bis 09.10.2013 an Frau Neuber: victoria.neuber@uni-kassel.de. Eine Rückmeldung zur Platzvergabe wird vom 10.-11.10.2013 erfolgen. FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft Uni Kassel WiSe 2013/14 Kernstudium Dr. Möller Lukas