Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Gehirn und Literatur
Kurzbeschreibung: -Wenn das menschliche Gehirn so simpel wäre, daß wir es verstehen könnten, dann wären wir so simpel, dass wir es nicht könnten.- (Emerson W. Pugh) -über das menschliche gehirn sind tausend einzelheiten bekannt, sonst nichts.- (Michael Lentz) Es ist...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenKurzbeschreibung:
-Wenn das menschliche Gehirn so simpel wäre, daß wir es verstehen könnten, dann wären wir so simpel, dass wir es nicht könnten.- (Emerson W. Pugh)
-über das menschliche gehirn sind tausend einzelheiten bekannt, sonst nichts.-
(Michael Lentz)
Es ist dasjenige Organ im Körper des Menschen, über das wir trotz aller bildgebenden Verfahren und trotz aller neurobiologisch-medizinischen Diagnostik der Hirnforschung immer noch sehr wenig wissen. Möglicherweise exakt aus diesem Grunde hat -dies zarte ätherische Himmelsgewächs-, als das es Johann Gottfried Herder im ersten Band seiner -Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit- 1784 beschrieb, die Literatur - und später den Film - immer wieder zur Text- und Bildproduktion herausgefordert. Angefangen von Clemens Brentanos und Joseph Görres’ Philistersatire -Bogs der Uhrmacher- (1807) über Robert Musils gemeinsam mit einem -Literaturgeologen- unternommene Dichterhirn-Exkursion in -Über Robert Musils Bücher- (1913), Gottfried Benns Erzählung -Gehirne- (1916), Karl Valentins Filmmanuskript -K-I-S. Katzenjammer-Impf-Serum- (um 1935), Friedrich Dürrenmatts Prosatext -Das Hirn- (1987-1990), Wolfgang Herrndorfs Glioblastom-Tagebuch -Arbeit und Strukur- (2013) sowie Jan Schomburgs Spielfilm -Vergiss mein Ich- (2013), um Beispiele aus den letzten 200 Jahren zu nennen, die wir in diesem Seminar analysieren werden.
Lernziele:
In vergleichender Analyse der unterschiedlichen textuellen Verfahren der hier vorgestellten Beispiele werden wir die literarische Semantisierung des Wissens über hirnorganische Prozesse im Spannungsfeld poetischer Darstellung und des sich entwickelnden medizinischen Wissens genauer untersuchen.
Kompetenzen:
Befähigung zur kritischen Analyse der vorgestellten Texte und Filme im Kontext literarischer und kulturwissenschaftlicher Diskurse.
Teilnahmemodalitäten/Voraussetzungen:
Die aktive Teilnahme setzt Bereitschaft zur Übernahme von Sitzungsprotokollen oder Impulsreferaten, bzw. Präsentationen (auch in Zweiergruppen) zu einzelnen Sitzungsthemen voraus.
Modulprüfungsleistung (LABG 2009):
Schriftliche Ausarbeitung eines Impulsreferates/einer Präsentation (8 Seiten = 1 LP, benotet) oder
Schriftliche Hausarbeit (10 Seiten = 2 LP, benotet)
Eignung für angewandte Studiengänge:
Aufgrund der interdisziplinären Thematik gegeben.
Weitere Hinweise:
Ein detaillierter Seminarplan mit weiteren Literaturangaben wird in der ersten Sitzung vorgestellt. Texte und Materialien zu den einzelnen Sitzungsthemen werden im EWS bzw. in einem Seminarordner in der Emil-Figge-Bibliothek zur Verfügung gestellt.
Einführende Literatur:
Michael Hagner, Homo cerebralis. Der Wandel vom Seelenorgan zum Gehirn, Frankfurt a. M. Suhrkamp: 2008 (=suhrkamp taschenbusch wissenschaft 1914). Zuerst: Berlin 1997.
Jutta Müller-Tamm, WeltKörperInnenraum. Anmerkungen zur literarischen Anthropologie des Körperinneren. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) 25, (2000) H. 1, S. 95–133.
Deutsch LABG2009 SoPä
Technische Universität Dortmund
SoSe 2015
Deutsch LABG2009 HRG
Gronenborn Klaus