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Uni-Dortmund
14. März 2017

Seminar Gemeinschaftliche Wohnformen im Wandel Das Beispiel Beginenhöfe in NRW

In den letzten Jahrzehnten haben sich Wohnformen in Deutschland ausdifferenziert. In Folge der Krise der Reproduktionsarbeit, der Entstehung neuer Haushaltstypen und des demographischen Wandels suchen immer mehr Menschen nach gemeinschaftlichen Wohnformen jenseits der traditionellen Kleinfamilie. Inzwischen wurde eine breite Vielfalt...

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In den letzten Jahrzehnten haben sich Wohnformen in Deutschland ausdifferenziert. In Folge der Krise der Reproduktionsarbeit, der Entstehung neuer Haushaltstypen und des demographischen Wandels suchen immer mehr Menschen nach gemeinschaftlichen Wohnformen jenseits der traditionellen Kleinfamilie. Inzwischen wurde eine breite Vielfalt an Wohnprojekten für verschiedene Zielgruppen (Mehrgenerationenwohnen, Frauen, Familien, ökologisches Wohnen, etc.) und in unterschiedlichen Rechts- und Trägerformen (z. B. Miete/Eigentum, Baugruppen, Syndikat, Genossenschaften) realisiert, die gekennzeichnet sind durch den Versuch, Wohnen und Gemeinschaft neu zu definieren. Ein Beispiel für diese Vielfalt findet sich unter dem Dachverband der Beginen e. V. Beginenhöfe waren im Mittelalter Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaften alleinstehender Frauen und erleben aktuell seit einigen Jahren eine Renaissance. In neuen Beginenhof-Projekten versuchen Frauen, innovative Wohn- und Arbeitsformen umzusetzen, und verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze, was die Finanzierung, die Rechtsform, die Gestaltung des Gemeinschaftslebens oder die Zusammensetzung der Bewohnerinnen betrifft. Auf den -Erfolg- der Projekte haben die verschiedenen Herangehensweisen einen großen Einfluss, ebenso wie die Passfähigkeit der Erwartungen, Erfahrungen und Ressourcen der Bewohnerinnen, die sich z. T. stark voneinander unterscheiden. Das Seminar thematisiert am Beispiel der neuen Beginenhöfe in NRW die Entstehung gemeinschaftlicher Wohnprojekte, Möglichkeiten ihrer Finanzierung und Verwaltung, die Organisation des Zusammenlebens sowie Anspruch und Wirklichkeit aus Sicht der Bewohnerinnen. Ziel des Seminars ist eine vergleichende Bewertung von Einfluss- und Erfolgsfaktoren auf der Grundlage empirischer Fallstudien, die von den Teilnehmer_innen seminarbegleitend durchgeführt werden. Einzelne Sitzungen mit Gastreferent_innen werden geblockt und ausnahmsweise mittwochs nachmittags stattfinden. Die Termine werden zu Beginn des Seminars abgesprochen. Becker, Ruth: Frauenwohnprojekte – keine Utopie! Ein Leitfaden zur Entwicklung autonomer Frauen(wohn)räume mit einer Dokumentation realisierter Projekte in Deutschland. Dortmund: Studien Netzwerk Frauenforschung NRW Nr. 3 2009 Fedrowitz, Micha (2011): Gemeinschaftliches Wohnen in Deutschland. In: Nationalatlas aktuell 9 (09/2011) [21.09.2011]. Leipzig: Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). http://aktuell.nationalatlas.de/Gemeinschaftliches_Wohnen.9_09-2011.0.html Fedrowitz, Micha; Gailing, Ludger (2003): Zusammen wohnen. Gemeinschaftliche Wohnprojekte als Strategie sozialer und ökologischer Stadtentwicklung. Dortmund. Krämer, Stefan; Kuhn, Gerd (2009): Städte und Baugemeinschaften. Hrsg. v. d. Wüstenrot-Stiftung. Stuttgart und Zürich. LaFond, Michael: Co-housing cultures: Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen. Berlin: Jovis 2012 Stiftung Trias (Hg.) (2008): Raus aus der Nische – rein in den Markt! Herten. Master Raumplanung (2008) regelmäßige Textlektüre zur Vorbereitung der Sitzungen, seminarbegleitende Durchführung einer Fallstudie in Kleingruppen Technische Universität Dortmund SoSe 2014 Master Raumplanung (2012) Dr. Szypulski Anja