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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Geschichte n des Todes Sterben und Trauern in der Frühen Neuzeit

-Gestorben wird noch immer- lautet ein bekanntes Stichwort, das die Vorstellung eines universellen und überzeitlich existenten Todes impliziert. Spätestens seit Philippe Ariès monumentaler ‚Geschichte des Todes‘ (frz. Original 1978) hat die historische Forschung in ihren verschiedenen Facetten (Historische Anthropologie und...

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-Gestorben wird noch immer- lautet ein bekanntes Stichwort, das die Vorstellung eines universellen und überzeitlich existenten Todes impliziert. Spätestens seit Philippe Ariès monumentaler ‚Geschichte des Todes‘ (frz. Original 1978) hat die historische Forschung in ihren verschiedenen Facetten (Historische Anthropologie und Mentalitätengeschichte, Historische Literaturwissenschaften und Ethnologie) jedoch unter Beweis gestellt, dass der Tod im Gegenteil historisch- und kulturspezifisch äußerst wandelbar ist. Gesellschaften imaginieren die Grenze zwischen Leben und Tod auf ihre je spezifische Art und Weise, schreiben ihr unterschiedliche Bedeutungen zu und begleiten den Tod mit verschiedenen Praktiken und Ritualen. Damit stellen sie Muster bereit, die es den Einzelnen erlauben, Sterben und Trauern ebenso spezifisch zu erleben und zu fühlen. Die einzelnen Seminarsitzungen eröffnen ein Panorama verschiedener Geschichten des Todes mit dem Schwerpunkt auf der Epoche der Frühen Neuzeit (ca. 1500-1800): von der Kunst des ‚guten‘ Sterbens (ars moriendi) und von Totentänzen im ausgehenden Spätmittelalter, über das Selige Sterben und die fromme Vorbereitung auf das ewige Leben im Himmel bzw. Paradies im 16. und 17. Jahrhundert, bis hin zu tabuisierten Formen des Sterbens und Umgehens mit dem Tod (Selbstmord, frühneuzeitliche Palliativmedizin). Abgerundet werden unsere gemeinsamen Überlegungen und Diskussionen mit einem Blick auf die Revolution der Todesvorstellungen in unserer Zeit mit dem Aufkommen des Hirntodkonzepts. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2015 Geschichte HF Geschichte Dr. Böth Mareike