Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Grammatik des Grauens Perspektiven für einen textorientierten Grammatikunterricht Grundstudium 3.1
Grammatik des Grauens Perspektiven für einen textorientierten Grammatikunterricht Wer über den Schrecken spricht, wird seine eigenen Weisen des Lauerns ausbilden, seine techné und mechané, wird sein System von Fallen und Abschreckungszeichen aufbauen. Das Seminar lenkt seine Aufmerksamkeit darauf, wie...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenGrammatik des Grauens Perspektiven für einen textorientierten Grammatikunterricht Wer über den Schrecken spricht, wird seine eigenen Weisen des Lauerns ausbilden, seine techné und mechané, wird sein System von Fallen und Abschreckungszeichen aufbauen. Das Seminar lenkt seine Aufmerksamkeit darauf, wie die seelische Befindlichkeit des Grauens sprachlich gestaltet wird. Untersucht werden sowohl literarische Texte als auch Gebrauchstexte, in denen spezielle Mittel der Verrätselung, der Spannungserzeugung, der Vortäuschung von Authentizität usw. genutzt werden, um eine Atmosphäre des Unbestimmten bzw. Unheimlichen zu erzeugen. Dieser Ansatz wird gestützt von der These, dass grammatische Zeichen besonders dafür geeignet sind, bei der Textlektüre den Sinnbildungsprozess vorbewusst zu beeinflussen. Da grammatische Zeichen aber je nach Kontext andere Wirkungen hervorbringen können, kommt ihnen eine Vieldeutigkeit zu, die dem Thema Grauen entgegenkommt. Denn Grauen entsteht zwischen schwarz und weiß, es ist ein Zustand der Vieldeutigkeit, mit vagen Vorahnungen belastet. Ziel der Arbeit ist es, Grundzüge einer Grammatik des Grauens zu skizzieren, die darlegen, welche sprachlichen Muster bei der Hervorbringung des Unheimlichen ihr Funktionspotential entfalten können. Dabei sollen Konzepte für einen textorientierten Grammatikunterricht entwickelt werden. Eine solche an Texten orientierte Grammatik kann darüber hinaus auch Anstöße für kreative Schreibprozesse vermitteln und somit eine Brücke zwischen Grammatikunterricht und (kreativer) Textproduktion schlagen. Literatur: Matias Martinez, Michael Scheffel. Einführung in die Erzähltheorie. München 1999
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
WS 2007/2008
Dr.
Müller Christoph