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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Grundpositionen einer narrativen Ethik

In den letzten Jahrzehnten lässt sich ein verstärktes Interesse an einer narrativen Ethik verfolgen. Ethischen bzw. moralischen Fragen wird hierbei z. B. unter Rückgriff auf die Bedeutung von Erzählungen/Geschichten und deren Sinnstrukturen begegnet. Dies bedeutet nicht, dass Fragen nach einem...

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In den letzten Jahrzehnten lässt sich ein verstärktes Interesse an einer narrativen Ethik verfolgen. Ethischen bzw. moralischen Fragen wird hierbei z. B. unter Rückgriff auf die Bedeutung von Erzählungen/Geschichten und deren Sinnstrukturen begegnet. Dies bedeutet nicht, dass Fragen nach einem gutem Leben oder der Verantwortung einer (handelnden) Person einfach dadurch beantwortet werden, dass man einen literarischen Text liest und ‚die Moral der Geschichte‘ als Handlungsmaxime auszuweisen sucht. Vielmehr handelt es sich darum, dass narrative Ansätze u. a. dazu dienen können, den Menschen wesentlich (auf anthropologischer Ebene) als ‚In-Geschichten-Verstrickten‘ zu fassen (Wilhelm Schapp) oder (in Absetzung zu einer radikalen neuzeitlich autonomen Kennzeichnung des Menschen als animal rationale) davon sprechen, dass der Mensch ein ‚Geschichten erzählendes Tier‘ ist (MacIntyre). Ziel des Seminares ist, mittels einer Lektüre ausgewählter Positionen in das Themenfeld einer narrativen Ethik einzuführen. Hierbei werden insbesondere Auszüge aus den Werken von Wilhelm Schapp, von Paul Ricœur, von Alasdair MacIntyre und von Peter Kemp herangezogen, um einerseits die Grundlagen sowie andererseits die Anwendungsmöglichkeiten des Ansatzes/der Ansätze einer narrativen Ethik in ihren verschiedenen Themenbereichen zu verfolgen. Der inhaltliche Aufbau des Seminars und die Textgrundlagen werden in der ersten Sitzung besprochen. Als Lektüreeinstieg in das Thema des Seminars bieten sich folgende Aufsätze aus dem Band Narrative Ethik. Das Gute und das Böse erzählen (hg. v. Karen Joisten, Berlin 2007) an: Joisten, Karen: Möglichkeiten und Grenzen einer narrativen Ethik. Grundlagen, Grundpositionen, Anwendungen (S. 9-21) und Thiemer, Nicole: ‚Narrativität und Ethik‘. Ein bibliographischer Kommentar (S. 293-301); beide Aufsätze liegen zu Semesterbeginn als Kopiervorlage vor. Textgrundlage: Ein Reader steht als Kopiervorlage zur Verfügung. Anforderungen: Um einen ‚Sitzschein’ zu erhalten, ist es erforderlich, ein Ergebnisprotokoll zu erstellen. Literatur: Wird im Seminar bekannt gegeben. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2014 Lehrveranstaltungspool FB 02 Philosophie NF Dr. Thiemer Nicole