Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Gustav Mahlers Symphonik und ihre Kontexte
Gustav Mahlers Symphonik und ihre Kontexte »O, könnt’ ich meine Symphonien 50 Jahre nach meinem Tode uraufführen!«; so hatte Gustav Mahler (1860-1911) am 14. Oktober 1904 an seine Gattin Alma geschrieben. Damit scheint Mahler hellsichtig auf Probleme der Rezeption einer...
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»O, könnt’ ich meine Symphonien 50 Jahre nach meinem Tode uraufführen!«; so hatte Gustav Mahler (1860-1911) am 14. Oktober 1904 an seine Gattin Alma geschrieben. Damit scheint Mahler hellsichtig auf Probleme der Rezeption einer Musik anzuspielen, die sich auch in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch längst nicht unwidersprochen und vorurteilsfrei durchgesetzt hatte. Mehr als 100 Jahre nach Mahlers Tod hat sich die Situation jedoch grundsätzlich gewandelt: Mahler ist zur intellektuellen Kultfigur ganz eigener Valeur avanciert, dessen Symphonien gegenwärtig nicht nur zu den meistgespielten ihrer Gattung zählen, sondern darüber hinaus das Bild von der musikgeschichtlichen Wende zum 20. Jahrhundert entscheidend prägen. Dieser Wandel der Rezeption lässt die Frage nach einer erneuten Standortbestimmung seiner Symphonik als ebenso gerechtfertigt wie geradezu erforderlich erscheinen.
Ziel des Seminars ist die Annäherung an einen der bedeutendsten Komponisten überhaupt, der die Symphonie als künstlerisches Medium seiner alles umfassenden Weltanschauung begriffen und diese daher ganz in das Zentrum seines Schaffens gestellt hat. Die Symphonie als Inbegriff des Lebens: Weltschmerz und Todesgedanke, Natur, Religion und Humor. Diese Schlagwörter können als die Fundamente einer komplexen Weltanschauung betrachtet werden, die ihrerseits bereits einen Kontext zu Mahlers Symphonik bildet. Weitere Möglichkeiten, durch Kontextualisierung einem vertiefenden Verständnis jener Werke näherzukommen, bieten sodann die folgenden Aspekte: Die Gattung der Symphonie um 1900, Mahlers musikalische Herkunft und die Wiener Moderne, Mahlers Begriff seiner »geistigen Welt« und das Problem der biographischen und programmatischen Deutung. Kritisch diskutiert werden soll also auch die Bedeutung dieser Kontexte für die adäquate Analyse eines symphonischen Gesamtwerks, dessen künstlerische Botschaft sich durch einen sehr großen Orchesterapparat, durch Poetische Ideen und durch die Symbolik und Semantik einzelner Motive und Zitate, Klänge, Genres, Charaktere, Leitharmonien und -rhythmen vermittelt und als Voraussetzung einer unverkennbaren Satz- und Orchestertechnik fungiert.
FB 01 Institut für Musik
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Prof. Dr.
Böggemann Markus