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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Holländische Genremalerei

Genremalerei beschäftigt sich gemeinhin mit Themen des alltäglichen Lebens. In den nördlichen Niederlanden des 17. Jahrhunderts erreichte die Entwicklung der Gattung ihren Höhepunkt. Häusliche Tätigkeiten der Frauen, Bordell- und Kneipenszenen wurden ebenso zum Bildgegenstand erhoben wie galante Feste, musizierende Gesellschaften...

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Genremalerei beschäftigt sich gemeinhin mit Themen des alltäglichen Lebens. In den nördlichen Niederlanden des 17. Jahrhunderts erreichte die Entwicklung der Gattung ihren Höhepunkt. Häusliche Tätigkeiten der Frauen, Bordell- und Kneipenszenen wurden ebenso zum Bildgegenstand erhoben wie galante Feste, musizierende Gesellschaften oder Karnevals- und Theaterszenen. Die Beliebtheit der Gattung wird meist in Verbindung mit dem aufstrebenden Bürgertum in der holländischen Republik und seinem zunehmend luxuriösen Lebenswandel gesehen. Kunsttheoretisch wird stets das Verhältnis der Darstellungen zur Wirklichkeit diskutiert. Ging man zunächst von einem Abbildcharakter der Alltagszenen aus, versuchte man ab den späten 1970er Jahren (Ausst. Braunschweig 1978, Die Sprache der Bilder) unter Einbeziehung von zeitgenössischer Literatur und Druckgrafik eine moralisierende Deutung der verschiedenen Bildmotive. Svetlana Alpers stellte in The Art of Describing 1983 diese Deutungsperspektive in Frage, und seit einiger Zeit wird in der Forschung wieder vornehmlich vom Kunstwerk selbst als Ausdruck einer bestimmten künstlerischen Intention ausgegangen (Ausst. Frankfurt 2005, Zauber des Alltäglichen). Im Seminar wollen wir uns sowohl mit der Forschungsgeschichte und den methodischen Fragen der Gattung als auch anhand einzelner Werkanalysen (auch vor Originalen) mit dem Oeuvre von Malern wie Frans Hals, Jan Vermeer, Gerard ter Borch oder Jan Steen beschäftigen. Zudem werden wir gezielt die Konzeption und das Vortragen von Referaten üben und die Kunstvermittlung in Form von Kurzführungen zu Originalen trainieren. Das Seminar richtet sich somit auch an alle, die noch einmal an ihrer Präsentationstechnik arbeiten wollen. Literatur (Auswahl): Die Sprache der Bilder. Realität und Bedeutung in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, Ausst.-Kat. Braunschweig 1978; Svetlana Alpers, The Art of Describing. Dutch Art in the 17th Century, London 1983; Von Frans Hals bis Vermeer. Meisterwerke holländischer Genremalerei, Ausst.-Kat. Gemäldegalerie SMPK Berlin [u.a.], Berlin 1984; Simon Schama, Überfluss und schöner Schein. Zur Kultur der Niederlande im Goldenen Zeitalter, München 1988; Barbara Gaehtgens, Genremalerei, Berlin 2002; Norbert Schneider, Geschichte der Genremalerei. Die Entdeckung des Alltags in der Kunst der Frühen Neuzeit, Berlin 2004; Vergnügliches Leben - Verborgene Lust. Niederländische Genremalerei von Frans Hals bis Jan Steen, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle, Stuttgart 2004; Der Zauber des Alltäglichen. Holländische Malerei von Adriaen Brouwer bis Johannes Vermeer, Ausst.-Kat. Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt a. M. [u.a.], Ostfildern 2005. Bemerkung _____________________________________________________________________ WICHTIG: Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind ab dem Sommersemester teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig. Diese ist im Zeitraum vom 14.3.11 bis einschließlich 6.4.11 möglich. Ohne eine rechtzeitige Anmeldung und eine entsprechende Platzbestätigung, welche bis zum 10.4.11 erfolgt, ist eine Teilnahme an den Seminaren nicht möglich. Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten. Die Anmeldung ist nur gültig, wenn die besonderen Teilnahmebedingungen laut Veranstaltungsbeschreibung beachtet werden. Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird! _____________________________________________________________________ Das Seminar ist auf 30 Teilnehmer beschränkt. Anmeldungen per E-Mail. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SoSe 2011 Kunstwissenschaft Cahill Nina