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Uni-Dortmund
14. März 2017

Seminar Internetbasierte Kommunikation und Sprachdidaktik

Thema und Motivation des Seminars: Die Kommunikation im Internet ­– z.B. in Online-Foren und Chats, in sozialen Netzwerken (Facebook u.a.) und Wiki, auf Twitter, via Skype und Instant Messaging – hat sich in den letzten Jahren zu einem immer wchtigeren...

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Thema und Motivation des Seminars: Die Kommunikation im Internet ­– z.B. in Online-Foren und Chats, in sozialen Netzwerken (Facebook u.a.) und Wiki, auf Twitter, via Skype und Instant Messaging – hat sich in den letzten Jahren zu einem immer wchtigeren Bereich altäglicher Sprachverwendung entwickelt. Nach den Befunden der jüngsten Ausgabe der ARD/ZDF-Onlinestudie (http://www.ard-zdf-onlinestudie.de) nutzen ca. 98% aller Deutschen in der Altersgruppe der 20-39 -Jährigen das Internet einigermaßen regelmäßig; in der Altersgruppe der 14-19-Jährigen sind es sogar 100%. Mit ihren Potenzialen für das kooperative, zeit- und ortsunabhängige Arbeiten geraten internetbasierte Kommunikationstechnologien dabei nicht nur als Medien der Freizeitkommunikation, sondern immer stärker auch als Medien für die Unterstützung von kooperativen Arbeits- und Lernformen in Schule, Ausbildung und Beruf in den Blick. Der Deutschunterricht kommt ncht umhin, die sprachlichen und kommunikativen Besonderheiten in der internetbasierten Kommunikation als wichtigen Bereich alltäglichen – privaten wie beruflichen – Sprachgebrauchs zu thematisieren. In bestimmten Nutzungskontexten internetbasierter Kommunikationstechnologien unterscheidet sich die Art und Weise, wie NutzerInnen von den Möglichkeiten geschriebener Sprache Gebrauch machen, z.T. erheblich von der schriftlichen Sprachverwendung in sog. -redigierten- Texten wie z.B. Zeitungstexten, literarischen Texten, Fach- oder Seminararbeiten. Typische Merkmale dieser bisweilen pauschalisierend als -Netzsprache- bezeichneten Sprachverwendung sind u.a. eine Orientierung an der gesprochenen Umgangssprache, ein liberaler Umgang mit bestimmten Bereichen der orthographischen Norm oder die Verwendung von Emotions. Während diese Form der Sprachverwendung für bestimmte Nutzungskontexte durchaus effizient sein kann, ist sie in anderen Kontexten gerade nicht opportun. Ein Wissen darum, warum das so ist und wie sich die Variation bei der Sprachverwendung im Netz in den größeren Kontext -Sprachliche Variation und sprachliche Angemessenheit in geschriebener und gesprochener Sprache- einordnen lässt, stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um nicht nur in der Freizeit, sondern auch in beruflichen Kontexten erfolgreich mit internetbasierten Kommunikationstechnologien zu kommunizieren. Darüber hinaus stellen Technologien wie z.B. Wikis, Weblogs oder Shared Documents (Google Docs) innovative Werkzeuge speziell für Zwecke der Wissenskommunikation und des netzgestützten kooperativen Schreibens bereit. Ein kompetenter Umgang mit solchen Werkzeugen kann, wie bereits in verschiedenen Schulprojekten gezeigt werden konnte, mit geeigneten didaktischen Konzepten bereits ab der Grundschule vermittelt werden. Fokus und Organisationsform: Im Fokus des Seminars steht die Frage, wie die sprachlichen und kommunikativen Besonderheiten internetbasierter Kommunikationsformen (Foren, Chats, soziale Netzwerke u.a.) sowie die Potenziale netzgestützter Schreibtechnologien (Wikis, Weblogs u.a.) im schulischen Deutschunterricht thematisiert werden können. Nach einer Einführung in das Thema durch den Dozenten diskutieren wir in den Seminarsitzungen ausgewählte Unterrichtsvorschläge und didaktische Ideen für die Behandlung des Themas im Unterricht; dies geschieht in Form von Kurzreferaten der Studierenden. Daneben besteht auch die Möglichkeit, eigene Konzepte zu entwerfen und im Seminarplanum vorzustellen. Das Seminar lässt sich sehr gut mit dem Seminar -Empirische Erforschung internetbasierter Kommunikation- kombinieren. Die beiden Seminare können aber auch unabhängig voneinander besucht werden. Literatur zum Thema wird zu Semesterbeginn in Form einer Literaturliste bekannt gegeben. Institut für deutsche Sprache und Literatur Technische Universität Dortmund WiSe 2013/14 Deutsch BA LABG2009 Dr. Beißwenger Michael