Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Jean Jacques Rousseau Vom Gesellschaftsvertrag Du contrat social
Jean-Jacques Rousseaus -Contrat social- (1762) gehört zu den klassischen Texten der neuzeitlichen politischen Philosophie.Der Text reflektiert auf die Grundlagen der neuzeitlichen Demokratie. Die zentrale Intuition Rousseaus ist, dass wir den Gesetzen des modernen Rechtsstaates folgen können und sie auch keine...
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Jetzt Lernplan erstellenJean-Jacques Rousseaus -Contrat social- (1762) gehört zu den klassischen Texten der neuzeitlichen politischen Philosophie.Der Text reflektiert auf die Grundlagen der neuzeitlichen Demokratie. Die zentrale Intuition Rousseaus ist, dass wir den Gesetzen des modernen Rechtsstaates folgen können und sie auch keine Einschränkung der menschlichen Freiheit sind, weil wir selbst ihre Autoren sind. In der Demokratie formiert sich der -Gemeinwille- (-volonté générale-) des Volkes, der der eigentliche Souverän ist und nicht länger ein König, Kaiser oder Despot. So einfach und überzeugend der Grundgedanke Rousseaus ist, so schwierig wird es bei der Konzentration auf die Details. Daher konnte es geschehen, dass sich die politische Rechte wie die politische Linke auf Rousseau berufen hat. Wir werden im Seminar darum bemüht sein, eine alte Interpretationsanweisung von Ernst Cassirer zu berücksichtigen, derzufolge man den -Contrat social- nicht von den kulturkritischen Frühschriften von Rousseau, welche die Frage nach dem Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen und die Frage, ob der Aufstieg der modernen Wissenschaften und Künste die Moralität der Menschen befördert hat oder nicht, erörtert hatten. In diesen kulturkritischen Frühschriften führte Rousseau aus, dass der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen mit der Institution des Eigentums zu tun hat und dass die modernen Wissenschaften und Künste nicht zur Vervollkommnung der Sitten beigetragen haben. Mit dem -Contrat social- sollen alle die Beschränkungen des modernen Lebens, die Rousseau als Kulturkritiker aufspießte, überwunden und hinfällig werden. Die Arbeit im Seminar wird darum gehen, einerseits den historischen Kontext von Rousseaus Republikanismus zu klären und sein Denken mit Kant in Beziehung zu setzen, andererseits nach der heutigen Relevanz von Rousseaus Denken zu fragen.
Literaturhinweise Jean-Jacques Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts, übers. v. H. Brockard u. E. Pietzcker. Stuttgart: Reclam 1977 (frz. Du Contrat social, in: Oeuvres complètes III, Paris: Bibiothèque de la Pléidade, 1964). Günther Mensching: Rousseau zur Einführung. Hamburg: Junius 2000. Iring Fetscher: Rousseaus politische Philosophie. Zur Geschichte des demokratischen Freiheitsbegriff. Dritte überarbeitete Auflage Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993. Maximilian Forschner: Rousseau. Freiburg/München: Karl Alber 1977. Ernst Cassirer Jean Starobinski Robert Darnton: Drei Vorschläge, Rousseau zu lesen. Frankfurt am Main: Fischer 1989. Ernst Cassirer: Rousseau, Kant, Goethe. Herausgegeben, eingeleitet sowie mit Anmerkungen und Registern versehen von Rainer A. Bast. Hamburg: Felix Meiner 1991. Tracy B. Strong: Jean-Jacques Rousseau. The Politics of the Ordinary. Thousand Oakes London New Delhi: Sage Publication 1994. Maurice Cranston: The Noble Savage. Jean-Jacques Rousseau 1754-1762. London New York Ringwood Markham Auckland: Allan Lane The Penguin Press 1991. RAUM: Seminarraum 3 ESG, Mönchebergstr. 29
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WS 2007/2008
Philosophie HF
Professor
Paetzold Heinz Professor