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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kirchengeschichte Johann Hinrich Wichern Leben und Werk

Aus Anlass des ‚Wichernjahres‘ – im April 2008 jährt sich der Geburtstag des Hamburger Theologen zum 200. Mal – sollen Biographie und Werk Wicherns in gemeinsamer Quelleninterpretation und unter Hinzuziehung der Sekundär¬literatur eingehend behandelt werden. Der Hamburger Theologe (1808–1881) hat...

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Aus Anlass des ‚Wichernjahres‘ – im April 2008 jährt sich der Geburtstag des Hamburger Theologen zum 200. Mal – sollen Biographie und Werk Wicherns in gemeinsamer Quelleninterpretation und unter Hinzuziehung der Sekundär¬literatur eingehend behandelt werden. Der Hamburger Theologe (1808–1881) hat als früher ‚Sozialpädagoge‘ seiner Zeit mit der Geschäftsführung des ‚Rauhen Hauses‘ in Hamburg-Horn seit 1833 und der Gründung des Central-Ausschusses für Innere Mission‘ im Jahre 1849 einen ganz wesentlichen Anteil am Gründung und Entfaltung des sozialen Protestantismus, der heute in Gestalt des Diakonischen Werkes der EKD Wicherns Arbeit in freilich veränderten Formen fortführt. Ausgangspunkt der Koordinierung der schon zuvor bestehenden vielfältigen Aktionen ev. Liebestätig-keit über Parochial- und Landeskirchengrenzen hinweg war Wicherns bekannte ‚Stegreifrede‘ auf dem Wittenberger Kirchentag im September 1848, die ein ungeheures zustimmendes Echo auslöste, zu-mal der eigentliche Zweck des Kirchentages – die Gründung eines protestantischen Kirchenbundes über Konfessionsgrenzen hinweg – aus ekklesiologischen wie kirchenpolitischen Gründen nicht er-reicht werden konnte. Die Schaffung eines Netzwerks sozialer Arbeit aus ev. Verantwortung erschien den Anwesenden in Wittenberg jedoch als dringlich und machbar. – Von Wittenberg ging die Bewe-gung der Inneren Mission aus, auf die sich alle theologischen Lager einigen konnten. Der Central-Ausschuss wurde unter maßgeblichem Einfluss Wicherns zu Clearingstelle protestantischer Sozialar-beit und damit verbundener ‚Volksmission‘, die nach der Ära Schleiermacher ganz wesentlich mit dazu beitrug, ein volkskirchliches Bewusstsein zu schaffen und die kirchlichen Einigungsprozesse im ev. Deutschland zu beför¬dern. Darüber hinaus bereitete das Wirken der Diakonie dem deutschen Sozial-staat mit den Weg. Das Seminar zeichnet die Entwicklung des sozialen Protestantismus in der Wichern-Ära anhand von Quellen und Sek.-Lit. nach. Für einen qualifizierten Schein ist die Anfertigung einer Seminararbeit notwendig. Johann Hinrich Wichern – Erbe und Auftrag. Stand und Perspektiven der Forschung, Heidelberg 2007 Wichern-Artikel in EKL3, RGG4, TRE, EKL3; Volker Herrmann/Jürgen Gohde/Heinz Schmidt (Hgg.), FB 01 Institut für Evangelische Theologie Uni Kassel SS 2008 Dr. Schmalz Oliver