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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Konstruktionen von Geschlecht im Nibelungenlied und in neuzeitlichen Nibelungenliedbearbeitungen Grundstudium 2.2 2.3 2.4

Dozentin: Susanne Schul „Von zweier vrouwen bâgen wart vil manic helt verlorn“ - Die beiden Frauen, von denen hier die Rede ist, sind die zentralen Frauengestalten des mittel¬hochdeutschen Nibelungen¬liedes (ca. 1190-1210) eines anonymen Dichters sowie des Dramas Die Nibelungen von...

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Dozentin: Susanne Schul „Von zweier vrouwen bâgen wart vil manic helt verlorn“ - Die beiden Frauen, von denen hier die Rede ist, sind die zentralen Frauengestalten des mittel¬hochdeutschen Nibelungen¬liedes (ca. 1190-1210) eines anonymen Dichters sowie des Dramas Die Nibelungen von Hebbel (1860): Kriemhild und Brünhild/ Brunhild. Folgt man den zahlreichen Vorausdeutungen des epischen Er¬¬¬zählers, so sind sie es, die für das berühmte, tragische Ende der Geschichte verantwortlich sind, da sie sich durch ihr Verhalten über die gelten¬den Regeln der Geschlechter¬ord¬nung hinwegsetzen. Der Nibelungendichter entwirft eine männlich orga¬nisierte Ge¬sell¬schaft, die durch die lüge und untriuwe der Männer, aber vor allem von zweier ed¬elen frouwen nît zerstört wird. Das Ringen der Figuren der Nibelungen¬hand¬lung er¬zählt somit nicht nur von Liebe, Ehre, Mord und Rache, sondern handelt auch vom Kampf der Geschlechter. Der Nibelungenstoff in epischer wie in dramatischer Bearbeitung ist damit stark geprägt von männ¬¬lichen und weiblichen Rollenmustern und von den Konstellationen, in denen die Ge¬schlech¬ter aufeinandertreffen. Der Gegen¬satz von weiblicher Passivität und männ¬lich¬er Ak¬ti¬vität ist ein zentrales Muster der beschriebenen Geschlech¬ter¬¬proble¬matik und soll einen der zu erarbeitenden Schwerpunkte des Seminars bilden. Außerdem wird zu untersuchen sein, welche unter¬schied¬lichen oder auch ähnlichen geschlechtsspezi¬fischen Vorstel¬lung¬en sich in den beiden literarischen Texten wiederfinden und welche weiblichen sowie männlichen Gender¬entwürfe das Mittelalter im Vergleich zur Moderne zeich¬net. Textgrundlage: Das Nibelungenlied nach dem Text von Karl Bartsch und Helmut de Boor. Ins Neuhoch¬deutsche übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse. Durchges. und verb. Ausgabe. Stuttgart: Reclam 2002. Hebbel, Friedrich: Die Nibelungen. Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen. Stuttgart: Reclam 2001. Einführende Literatur: De Boor, Helmut: Einführung in Hebbels „Nibelungen“. In: Friedrich Hebbel: Die Nibelungen. Voll¬stän¬diger Text. Dokumentation. Frankfurt, Berlin 1966 (Dichtung und Wirklichkeit 16. Ullstein Buch 5016), S. 5-78. Schulze, Ursula: Das Nibelungenlied. Stuttgart 1997 (=RUB 17604) BemerkungDie Veranstaltung gilt auch für alle nicht-modularisierten Studierenden im Grundstudium. Für die Veranstaltung gilt eine Beschränkung auf 30 Teilnehmer/Teilnehmerinnen. Eine Einschreibung ist ab Anfang September auf der e-learning Plattform -Moodle- möglich. Voraussetzung: Die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme. Die schließt eine gute Vorbereitung der jeweiligen Sitzungen und Textkenntnis mit ein. Modularisierte Studiengänge: Regelmäßige Teilnahme mit Lektüreaufgaben = 2cr Referat = 1cr kleine schriftliche Ausarbeitung (ca. 5 Seiten) = 1cr Nichtmodularisierte Studiengänge: Textlektüre, Referat und schriftliche Ausarbeitung FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WS 2007/2008 Dr. Schul Susanne