Uni-München
14. März 2017Seminar Lokale und globale Perspektiven auf psychische Erkrankungen
Seit den 1990ern ist mental health ist zu einem zentralen Anliegen der WHO Gesundheitspolitik geworden. Die Global Mental Health Bewegung schlägt nicht nur Alarm über den weltweiten Anstieg von psychischen Erkrankungen, sondern konstatiert zudem ein treatment gap in den meisten...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit den 1990ern ist mental health ist zu einem zentralen Anliegen der WHO Gesundheitspolitik geworden. Die Global Mental Health Bewegung schlägt nicht nur Alarm über den weltweiten Anstieg von psychischen Erkrankungen, sondern konstatiert zudem ein treatment gap in den meisten Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. In den meisten Lokalitäten existiert jedoch ein gutentwickeltes Netz von mental health care außerhalb der modernen Psychiatrie und Psychologie, oft, aber nicht ausschließlich, im Bereich von rituellem oder religiösem Heilen. Was also ist genau mit dieser Versorgungslücke gemeint? Sind die psychiatrischen Nosologien nicht auch kulturelle Produkte? Medizinethnologie, psychiatrische Ethnologie und (trans)kulturelle Psychiatrie beschäftigen sich mit kulturellen Konstruktionen von psychischer Erkrankung und abweichendem Verhalten und mit unterschiedlichen Therapieformen. Anhand von Ethnographien werden wir uns in dem Seminar mit unterschiedlichen Erklärungsmodellen und Konzeptionen von psychischen Erkrankungen und abweichendem Verhalten sowie mit lokalen und globalen therapeutischen Praktiken beschäftigen. Insbesondere wird es um rezente Veränderungen und um Verflechtungen von lokalen und globalen Ansätzen im Zusammenhang mit der Hegemonie von Psychiatrie, psychiatrischen Klassifikationssystemen (DSM und ICD), dem globalem Markt von Psychopharmaka und mit globaler und nationaler Gesundheitspolitik gehen.
Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über die Thematik zu erarbeiten und dabei ein grundlegendes Verständnis der spezifisch ethnologischen Perspektive in der (trans)kulturellen Psychiatrie zu entwickeln. Studierende sollen lernen, sich kritisch mit globaler Gesundheitspolitik auseinanderzusetzen.
Literatur wird in der ersten Stunde bekannt gegeben.
Fakultät für Kulturwissenschaften
B.A. Ethnologie:
6 ECTS, Hausarbeit, benotet
M.A. Ethnologie:
Profilveranstaltung: 6 ECTS, Übungsaufgaben oder Hausarbeit oder Thesenpapier, unbenotet
Themenveranstaltung: 9 ECTS, Übungsaufgaben oder Thesenpapier und Hauptseminararbeit, benotet
LMU München
WiSe 1415
Univ.Prof.Dr.
Lang Claudia