Uni-Essen
14. März 2017Seminar Neuer Rechtspopulismus im Spiegel von liberaler und radikaler Demokratietheorie Staats und Demokratietheorien
In vielen Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch und in Wahlen enorm erfolgreich. Das Seminar hat zum Ziel, diesen Erfolg zu verstehen. Das Seminar baut auf der These auf, dass nicht etwa kurzzeitige Ereignisse, wie ein Anstieg der...
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Jetzt Lernplan erstellenIn vielen Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch und in Wahlen enorm erfolgreich. Das Seminar hat zum Ziel, diesen Erfolg zu verstehen. Das Seminar baut auf der These auf, dass nicht etwa kurzzeitige Ereignisse, wie ein Anstieg der Anzahl flüchtender Menschen und daran anschließende rechte Panikmache für den Erfolg der Rechtspopulisten ursächlich sind, sondern das Problem tiefer liegt, nämlich in der Struktur der liberalen und repräsentativen Demokratie. Diese These basiert auf der seit längerer Zeit geäußerten Kritik von radikalen Demokratietheorien an liberalen Demokratietheorien. Das Seminar dient dazu, diese Kritik zu verstehen, wiederum zu kritisieren und weiterzudenken.
Der erste Teil des Seminars dient der Erarbeitung von grundlegenden Kenntnissen über Rechtsextremismus durch die Lektüre von Samuel Salzborns Monographie zum Thema. Der zweite Teil widmet sich der liberalen Demokratietheorie erstens anhand ihrer Wurzeln in klassischen Vertragstheorien (Hobbes/Locke) und zweitens in einer aktuellen Spielart am Beispiel von Jürgen Habermas. Der dritte Teil des Seminars ist der Gegenwartsdiagnose von Colin Crouch gewidmet, wir würden in einer zum Spektakel verkommenen Postdemokratie leben. Der vierte Teil wendet sich Chantal Mouffes theoretischer Kritik des Liberalismus zu, er würde den politischen Konflikt ausblenden und so den (Rechts-)Extremismus erst befeuern. Der fünfte und letzte Teil widmet sich der neuen Monographie zum Populismus von Jan-Werner Müller, die auch als differenzierte liberale Antwort auf Mouffe verstanden werden kann.
Ablaufplan
• 18.10.16 – Einführung: Wie aus Linken Rechte werden (Eribon)
• 25.10.16 – Rechtsextremismus: Was ist das? (Salzborn 1)
• 08.11.16 – Rechtsextremismus: Erscheinungsformen (Salzborn 2)
• 15.11.16 – Rechtsextremismus: Erklärungen und Interventionen (Salzborn 3)
• 22.11.16 – Liberalismus als Ideal: Grundlage der Vertragstheorien
• 29.11.16 – Liberalismus als Ideal: Habermas
• 06.12.16 – Gegenwartsdiagnose: Postdemokratie (Crouch 1)
• 13.12.16 – Gegenwartsdiagnose: Postdemokratie (Crouch 2)
• 20.12.16 – Radikaldemokratische Kritik: Liberale Ausblendung von Konflikt (Mouffe 1)
• 10.01.17 – Radikaldemokratische Kritik: Antagonistische Politik (Mouffe 2)
• 17.01.17 – Rechtspopulismus: Theorie des Populismus (Müller 1)
• 24.01.17 – Rechtspopulismus: Demokratischer Umgang mit Populisten (Müller 2)
• 31.01.17 – Rechtspopulismus: Ländervergleiche
• 07.02.17 – Fortsetzung Ländervergleiche und Abschluss
Literatur
Literatur (Auszug)
Crouch, Colin (2008): Postdemokratie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Eribon, Didier (2016): Wie aus Linken Rechte werden. Der vermeidbare Aufstieg des Front National. In: Blätter (8), 55-36.
Mouffe, Chantal (2009): Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Müller, Jan-Werner (2016): Was ist Populismus? Ein Essay. Berlin: Suhrkamp.
Salzborn, Samuel (2015): Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und Erklärungsansätze. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Baden-Baden: Nomos.
Literatur (Auszug)
Crouch, Colin (2008): Postdemokratie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Eribon, Didier (2016): Wie aus Linken Rechte werden. Der vermeidbare Aufstieg des Front National. In: Blätter (8), 55-36.
Mouffe, Chantal (2009): Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Müller, Jan-Werner (2016): Was ist Populismus? Ein Essay. Berlin: Suhrkamp.
Salzborn, Samuel (2015): Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und Erklärungsansätze. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Baden-Baden: Nomos.
Gesellschaftswissenschaften
aktive Lektüre der Texte (d.h. über die Texte markieren, Notizen über sie anlegen und/oder online kurze Fragen beantworten), regelmäßige aktive Teilnahme, Thesenpapier zu einem Text vorstellen, Recherche zu einer europäischen Ländergruppe durchführen und vorstellen
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