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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Neuzeitliche Formen der Ästhetik in Europa und Japan Alexander G Baumgarten Immanuel Kant Martin Heidegger Sh 363 z 333 Kuki

Die ÄSTHETIK (Theorie der freien Künste, untere Erkenntnislehre, Kunst des schönen Denkens, Kunst des Analogons der Vernunft) ist die Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis. Mit dieser Definition beschreibt Alexander G. Baumgarten (1714-1762) in der Mitte des 18. Jahrhunderts, was er unter...

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Die ÄSTHETIK (Theorie der freien Künste, untere Erkenntnislehre, Kunst des schönen Denkens, Kunst des Analogons der Vernunft) ist die Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis. Mit dieser Definition beschreibt Alexander G. Baumgarten (1714-1762) in der Mitte des 18. Jahrhunderts, was er unter Ästhetik verstehen möchte. Dabei gilt es zu beachten, dass Ästhetik nicht primär eine Theorie der Kunst, sondern eine Aufwertung der analog zur Vernunft verstandenen sinnlichen Erkenntnis meint. Gegen die rationalistische Auffassung, dass lediglich begriffliches Wissen Wahrheit verbürgen könne, betont die Ästhetik die sinnliche Affizierbarkeit bzw. Empfindungsfähigkeit des Menschen. Das letzte Ziel der Ästhetik besteht in der Vervollkommnung der sinnlichen Erkenntnis als solcher, so dass sich Schönheit eben in dieser Art und Weise des Erfassens zeigt. Immanuel Kant (1724-1804) setzt den von Baumgarten initiierten Diskurs mit eigenen Schwerpunkten fort. Im Vordergrund steht somit die Frage nach Möglichkeit der Erfahrung des Schönen und des Erhabenen durch das erlebende Subjekt. Im Zuge seiner Analyse zeigt Kant, dass ästhetische Urteile als Geschmacksurteile eng mit Interesselosigkeit verbunden sind. In diesem Sinn wird ein Gegenstand schön genannt, wenn er für den Geschmack Wohlgefallen ohne alles Interesse bedeutet. Martin Heidegger (1889-1976) wiederum versucht, dem Ausdruck Kunstwerk nachzugehen. So kann das Wesen von Kunstwerken nicht der Dinghaftigkeit her betrachtet werden, sondern durch den Zugang zum Werkhaften des Werks. Mit dem japanischen Philosophen Shz Kuki (1888-1941) gewinnt die Frage nach der Bedeutung von Ästhetik interkulturelle Bedeutung. In der Auseinandersetzung mit Heidegger geht er der Frage nach einem unverwechselbaren japanischen Geschmack nach und findet die Antwort im Begriff iki, der die Raffinesse und Koketterie des vormodernen Japan beschreibt. Schönheit stellt sich als ein Spiel der Geschlechter dar, in dem die buddhistische Erfahrung von Leid und Vergeblichkeit wirksam wird und letztlich ein typisch japanisches Schönheitsempfinden zum Ausdruck gebracht werden soll. Das Seminar versucht die unterschiedlichen Positionen zur Ästhetik und ihre Bedeutung im interkulturellen Kontext nachzuvollziehen. Literatur: Alexander G. Baumgarten: Ästhetik, lat.-dt. Übers., mit einer Einf., Anm. und Reg. hg. von D. Mirbach, Hamburg 2007. Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft. Mit Einl. und Bibliographie hg. von H. F. Klemme, Hamburg 2009. M. Heidegger: Der Ursprung des Kunstwerks. Mit einer Einführung von H.-G. Gadamer, Stuttgart 1960. M. Heidegger: Aus einem Gespräch von der Sprache zwischern einem Japaner und einem Fragenden. In: Unterwegs zur Sprache, Pfullingen 1960. Okada, Minoru (Hg.): Die Struktur von Iki von Shz Kuki. Ein Einführung in due japanische Ästhetik und Phänomenologie, Deutsche Hochschulschriften 1163, Egelsbach, Frankfurt a.M., München, New York 1999. S. Majetschak (Hg.): Klassiker der Kunstphilosophie,. Von Platon bis Lyotard, Münschen 2005. Ders.: Ästhetik zur Einführung, Hamburg 2007. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2015/16 Lehrveranstaltungspool FB 02 Dr. Bönker Vallon Angelika