Uni-München
14. März 2017Seminar Phantasien vom Neuen Menschen Von der Puppe Olympia zu Lara Croft 8232 8232 V2
Bereits antike Figuren wie Dädalus und Ikarus oder Pygmalion und Galatea, zeugen vom Wunsch des Menschen, einen künstlichen Menschen zu erschaffen und in ihm seine Ideale zu verwirklichen. Die deutsche Romantik schafft aber eine symptomatische Figurenreihe der künstlichen Menschen, solche...
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Jetzt Lernplan erstellenBereits antike Figuren wie Dädalus und Ikarus oder Pygmalion und Galatea, zeugen vom Wunsch des Menschen, einen künstlichen Menschen zu erschaffen und in ihm seine Ideale zu verwirklichen. Die deutsche Romantik schafft aber eine symptomatische Figurenreihe der künstlichen Menschen, solche wie E.T.A. Hoffmanns Puppe Olympia oder Mary Shelleys Frankenstein, in denen utopische Modelle entstehen, die nicht nur anthropologische Diskussion jener Zeit prägen, sondern bis zum heutigen Tag für die Philosophie wie Futurologie relevant sind und hier weiter entwickelt werden. Gemeint sind unter anderem die Parameter des Menschlichen, das Verhältnis zwischen dem Künstlichen und Natürlichen, unbewusste Beweggründe eines Menschen, sein Drang zur Transzendenz, wie die Beziehung zum Wunderbaren und zum Tode. In der Epoche der Romantik verankerte und weiter entwickelte moderne Auseinandersetzungen mit dem Thema eines Neuen Menschen spiegeln sich gleichermaßen in der Literatur, Kunst und Massenmedien wider. Die parallelen Welten der Romantik dehnen und modifizieren sich bis in moderne literarische parallele Welten, genauso kommen sie auch im Film, Computerspielen, u. a. Second Life, Comics oder Mangas vor.So versucht das Seminar ausgehend vom künstlichen Menschen der Romantik einen Bogen zu modernen Tendenzen, Ideen und Darstellungen eines neuen Menschentypus zu schlagen, nach den Konzepten in der eventuell radikalen Neuentwicklung der menschlichen Natur und Empfindungsweisen, sowie seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten zu suchen. Dafür werden u. a. Romane von Michelle Houellebecq, Karte und Gebiet (La carte et le territoire) und John Irving, Straße der Wunder (Avenue of Mysteries), sowie Filme von Fritz Lang, Metropolis und A.I. – Künstliche Intelligenz von Steven Spielberg (eine Adaption des Pinocchio-Themas) herangezogen.Als Vorbereitung zum Seminar wird die Lektüre von Drux, Manfred: Künstliche Menschen, in: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2001 und http://www.spektrum.de/magazin/kuenstliche-menschen/827686 ; sowie E.T.A. Hoffmanns Sandmann und Mary Shelleys Frankenstein (Frankenstein or The Modern Prometheus) empfohlen.Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.ECTS:BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit oder Essays bzw. Referat, benotet)MA HF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)MA NF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Voraussetzungen
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1617
Dr. phil.
Nodia Nino phil