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Uni-München
14. März 2017

Übung Sunniten vs Schiiten Der Kampf um Vorherrschaft im Nahen Osten

Bereits Anfang der 90er Jahre hat Huntington mit seinem -Kampf der Kulturen- die Religion zum bedeutenden Bestimmungsfaktor der internationalen Politik erklärt. Die Auseinandersetzung um die globale Neuordnung nach dem Zerfall der SU findet bei ihm (vor allem) zwischen islamischer und...

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Bereits Anfang der 90er Jahre hat Huntington mit seinem -Kampf der Kulturen- die Religion zum bedeutenden Bestimmungsfaktor der internationalen Politik erklärt. Die Auseinandersetzung um die globale Neuordnung nach dem Zerfall der SU findet bei ihm (vor allem) zwischen islamischer und westlicher Welt statt. Der Kampf gegen den islamistischen Terror nach 9/11 und die Revolutionen im arabischen Raum verursachen ebenfalls den Zerfall alter Strukturen im Nahen Osten und fordern heute eine politische Neuordnung. Zunehmend spielen hier nicht nur Konflikte zwischen Christen und Muslimen eine bedeutende Rolle, sondern auch zwischen sunnitischen und schiitischen Gruppierungen; teilweise wird bereits vom -Kulturkampf- oder -Bruderkampf- innerhalb des Islams gesprochen. Der Bürgerkrieg in Syrien, die bürgerkriegsähnliche Lage im Irak und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Libanon können als Beispiele für den Konflikt um Macht und Einfluss zwischen Schiiten und Sunniten auf lokaler Ebene gesehen werden. Ebenso der Kampf um regionale Hegemonie und Einflusssphäre zwischen Saudi Arabien und Iran. In dieser Übung sollen sowohl die Grundprinzipien des politischen Islams als auch die Ursachen der Spaltung des Islams in Sunniten und Schiiten erarbeitet werden. Grundlegende Aufsätze zu Religion, Politik und Gewalt sowie Religion und internationale Politik ergänzen den theoretischen Teil. Anhand der drei Fällen Irak, Syrien und Libanon wird dann untersucht, ob- und wenn ja - wie Religion bzw. die religiöse Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten die politische Entwicklung im arabischen Raum wesentlich (mit)bestimmen. Die übergeordnete Fragestellung lautet: Welche Rolle spielt Religion im Unterschied zu ökonomischen, politischen und sozialen Faktoren bei Bürgerkriegen? Welche Rolle spielen religiöse Eliten bei Eskalation bzw. Deeskalation? Können Unterschiede festgestellt werden in der Konfliktstruktur bzw. im Konfliktverlauf bei sogenannten Bruderkämpfen innerhalb einer Religion? Sind religiös legitimierte Konflikte schwerer zu befrieden? Können die Interessen der regionalen Akteure plausibler mit -klassischen- IB-Ansätzen oder ideellen/religiösen Werten erklärt werden? Pflichtlektüre im Intranet; Rittberger, Volker 2000: Does Religion Make a Difference? Theoretical Approaches to the Impact of Faith on Political Conflict, Millenium – Journal of International Studies, 29. Bemerkung Im Rahmen der Übung wird am 29.10.14 eine Moschee besucht. Anmeldung Anmeldung zur Veranstaltung über Coremato von 24.09. bis 30.09.2014 unter: http://www.gsi.uni-muenchen.de/studium/organisation/ole/index.html Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft LMU München WiSe 1415 Dr. Strassner Renate