Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Philosophie der Kunst
Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende der Philosophie für das Lehramt und der Philosophie als Neben- oder Wahlfach sonstiger Studiengänge. Das Seminar spannt den Bogen von den Beziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft in der Renaissance (Entwicklung der Zentralperspektive) über zentrale...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende der Philosophie für das Lehramt und der Philosophie als Neben- oder Wahlfach sonstiger Studiengänge.
Das Seminar spannt den Bogen von den Beziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft in der Renaissance (Entwicklung der Zentralperspektive) über zentrale Ansätze der philosophischen Ästhetik (Kant, Cassirer, Goodman, Danto) bis zu den Schriften von Kunsthistorikern wie Imdahl und Belting. Das Leitthema des Seminars ist die Frage nach der Beziehung zwischen Kunst und theoretischer Erkenntnis. Sie wird in den folgenden Schritten erschlossen:
• Die Entwicklung der Zentralperspektive hat die räumliche Darstellung der Welt im Bild verwissenschaftlicht und wichtige Grundlagen für das neuzeitliche Weltbild geliefert.
• Die Philosophen haben sich später mit der Frage beschäftigt, wie sich das Schöne auf den Begriff bringen lässt und wie es sich zum menschlichen Erkenntnisvermögen verhält. Kant entwickelt hierfür in der Kritik der Urteilskraft das formale Konzept eines -interesselosen Wohlgefallens- an Kunstwerken.
• Dagegen entwickelt Hegel in seinen Vorlesungen zur Ästhetik eine historisch begründete Theorie der symbolischen, klassischen und romantischen Kunstform und eine wirkungsmächtige These vom Ende der Kunst.
• Im 20. Jahrhundert transformiert Cassirer den Kantischen und Hegelschen Ansatz im Rahmen seiner Philosophie der symbolischen Formen; die Kunst behandelt er im IX.Kapitel des Werks Versuch über den Menschen.
• Der analytische Philosoph Nelson Goodman greift später Cassirers Ansatz auf und entwickelt in Sprachen der Kunst eine formale Zeichentheorie der Kunst, an der die Grenzen des erkenntnistheoretischen Zugangs deutlich werden.
• Arthur C. Danto zeigt in seinem Werk Verklärung des Gewöhnlichen, dass die Bedeutung von Kunstwerken immer theorielastiger und Kontext-abhängiger wird. Er reformuliert Hegels These vom Ende der Kunst.
• Der Kunsthistoriker Belting hat eine ähnliche These über die Kunstgeschichte aufgestellt. Seine Bildwissenschaft wiederum führt zum Ausgangsthema der Verwissenschaftlichung der Kunst und des Sehens in der Renaissance zurück.
• Dagegen sieht der Kunsthistoriker Imdahl die Kunstgeschichte als Wissenschaft der Anschauung an, er stellt die unmittelbare Erfahrung von Kunst anstelle der Theorie ins Zentrum. Hier sind evtl. Bezüge zur Ästhetik von Seel herstellbar.
Die Lehrveranstaltung wird als Referate-Seminar durchgeführt. Die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, ist erwünscht. Die behandelten Texte werden im EWS zur Verfügung gestellt.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Univ.-Prof.
Falkenburg Brigitte Dr.phil Dr.rer.nat