Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Philosophische Anthropologie Mensch und Technik Überblick 19 20 Jh
Für systematische Reflexionen über die Frage -Was ist der Mensch?- lässt sich bis etwa ins 16. Jh. die Verwendung des Begriffs -Anthropologie- als Lehre von der Natur des Menschen zurückverfolgen. Die Rede von der Natur des Menschen ist dabei doppelsinnig....
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Jetzt Lernplan erstellenFür systematische Reflexionen über die Frage -Was ist der Mensch?- lässt sich bis etwa ins 16. Jh. die Verwendung des Begriffs -Anthropologie- als Lehre von der Natur des Menschen zurückverfolgen. Die Rede von der Natur des Menschen ist dabei doppelsinnig. Einerseits ist -Natur- ganz buchstäblich gemeint, d.h. im Sinne der naturwissenschaftlichen Frage nach der Beschaffenheit des Menschen als Teil der Natur; andererseits aber im Sinne von -Wesen-, oder der philosophischen Frage, welche Eigenarten der Mensch als Lebewesen mit Bewusstsein, Geist, Sprache, Kultur und Technik aufweist. Beide Male geht es um die Frage, ob, und wenn ja: worin, sich der Mensch grundsätzlich vom Tier unterscheidet – oder auch nicht. Heute versuchen viele Wissenschaften, von der Biologie über die Medizin und die Neurowissenschaft bis zur Philosophie, Antworten auf diese Frage zu liefern.
Im Seminar steht die Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Technik im Zentrum. Diese Beziehung steht im Zentrum herausragender Schriften des 20. Jahrhunderts zur philosophischen Anthropologie, insbesondere bei Arnold Gehlen (1904-1976), der den Menschen im Anschluss an Johann Gottfried Herder (1744-1803) als -Mängelwesen- begriff: Der Mensch unterscheidet sich danach von den Tieren durch schlechte Anpassung an die natürliche Umwelt und durch Instinktarmut, was er durch technische Umgestaltung der Natur zu seinen Zwecken kompensiert.
Gehlen stellt damit einen Zusammenhang zwischen biologischer Anthropologie, philosophischer Anthropologie und Technikphilosophie her, den wir im Seminar anhand von zentralen Arbeiten aus allen drei Gebieten verfolgen wollen, um seine Tragweite besser zu verstehen.
Das Seminar soll als Referate-Seminar durchgeführt werden; d.h. die Bereitschaft, sich an einem Referat zu beteiligen, wird vorausgesetzt.
Es werden u.a. Texte von G. Anders, H. Arendt, E. Cassirer, A. Gehlen, M. Heidegger, H. Jonas, I.Kant, N. Karafyllis und M. Tomasello behandelt. Die Texte werden im EWS zur Verfügung gestellt.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2015
Univ.-Prof.
Falkenburg Brigitte Dr.phil Dr.rer.nat